Nikkei-Index In Japan ist der Bulle los


So gut ging es dem Nikkei-Index seit 14 Monaten nicht mehr: ausländische Nachfrage nach technischen Produkten bringt Japans Wirtschaftsmotor wieder auf Touren

An Japans Aktienmarkt herrscht eine Bullenstimmung. Dank starker Nachfrage ausländischer Investoren nach japanischen Aktien stiegen die Kurse in Tokio am Dienstag auf ein 14-Monats-Hoch. Dazu trug die Empfehlung der Investmentbank Morgan Stanley an weltweite Investoren bei, sich angesichts einer sich abzeichnenden Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mit mehr japanischen Aktien einzudecken.

Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte legte kräftig um 238,28 Punkte oder 2,23 Prozent auf den Stand von 10 922,04 Punkten zu. Der breit angelegte TOPIX stieg ebenfalls deutlich um 17,77 Punkte oder 1,73 Prozent auf 1045,71 Punkte.

Die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen zunehmender Unternehmensinvestitionen und steigender Exporte möglicherweise noch stärker gewachsen als von der Regierung zunächst errechnet. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Volkswirte halten 0,9 Prozent für möglich; die Regierung ging bisher von 0,6 Prozent aus.

Es wird wieder mehr investiert

Dank steigender Nachfrage in den USA nach japanischen Produkten wie Flachbild-Fernseher und Digitalkameras investieren Nippons Unternehmen wieder mehr in Anlagen und Ausrüstungen. Angesichts der zunehmenden Anzeichen für eine Erholung der japanischen Wirtschaft in Folge des starken Exportmotors und höherer Investitionen steuert der Nikkei-225-Index auf den größten Quartalsgewinn seit acht Jahren zu. Seit dem 18. August hält sich das fernöstliche Börsenbarometer über der Marke von 10 000 Punkten.

Zwar fielen die am Dienstag veröffentlichten Daten zu den japanischen Maschinenbauaufträgen für den Monat Juli mit minus 3,1 Prozent zum Vormonat schlechter aus als erwartet. Doch seien die Zahlen nicht schwach genug gewesen, um die Bullenstimmung an Tokios Aktienmarkt zu vermiesen, sagte ein Analyst.

Nippons Wirtschaftshüter bremsen den Yen

Als Folge der andauernden ausländischen Investitionen in den japanischen Aktienmarkt kam es zu erhöhter Nachfrage nach Yen, wodurch der Dollar am Dienstag nachgab. Um 17.00 Uhr Ortszeit notierte die US-Währung mit 116,35-38 Yen nach 117,11-13 Yen am Vortag zur gleichen Zeit. Damit die vom Export getragene Erholung der Wirtschaft nicht von einem steigenden Yen gefährdet wird, griffen Japans Währungshüter laut der Wirtschaftszeitung 'Nihon Keizai Shimbun' zum Wochenbeginn in den Markt ein und verkauften Yen.

Der Umsatz schwoll am Dienstag auf rund 1,5 Millionen Aktien an nach etwas über einer Million am Vortag. 1033 Gewinner standen 367 Verlierern gegenüber, 127 Titel zeigten sich stetig. Alle Sektoren mit Ausnahme von Gummi-, Öl- und Kohle- sowie Pharmatiteln zogen an. Softbank war der wertmäßig am stärksten gehandelte Titel des Tages. Er legte 60 auf 4360 Yen (34 Euro) zu. Die Aktie des Reifenkonzerns Bridgestone fiel dagegen um 44 auf 1619 Yen, nachdem in einer Fabrik in Japan am Vortag ein Feuer eine Verarbeitungsanlage und mehr als 100.000 Reifen zerstört hatte.


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