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OLG-Urteil: Steuersparmodell Kirchenaustritt

Die Kirchen erbeben vor Klagerufen: Laut einem Urteil des OLG Düsseldorf müssen Steuerberater ihre Mandanten über die Vorteile eines Kirchenaustritts aufklären. Andernfalls kann Schadenersatz drohen.

Steuerberater müssen ihre Mandanten über die Möglichkeit eines Kirchenaustritts und der damit verbundenen Steuerersparnis aufklären. Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf kann der Klient andernfalls Schadenersatz verlangen, bestätigte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Im vorliegenden Fall muss ein Steuerberater mehr als 9300 Euro an seinen Mandanten zahlen, weil er seinem Klienten nicht die Steuersparmöglichkeit eines Kirchenaustritts aufgezeigt habe (Az.: 23 U 39/02).

Ein Steuerberater müsse seinen Auftraggeber über alle bedeutsamen steuerlichen Einzelheiten unterrichten, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Er müsse ihm den sichersten Weg zu dem erstrebten Steuerziel aufzeigen. Ob der Klient tatsächlich aus der Kirche austrete, bleibe seine "höchstpersönliche Gewissensentscheidung", heißt es in dem Urteil.

Kirchen reagieren besorgt

Die Evangelische Kirche zeigte sich besorgt über das Urteil des Oberlandesgerichts. "Ich befürchte, dass die allgemein verbreitete Einstellung, wer Steuern zahle, sei der Dumme, noch bestärkt wird", sagte Matthias Schreiber von der Evangelischen Kirche im Rheinland dem Kölner 'Express'.

DPA