Pharma Altana dank Magensäurehemmer vor Rekordjahr


Dank des Magensäurehemmers Pantoprazol peilt der Bad Homburger Pharma- und Chemiekonzern Altana bereits das achte Rekordjahr in Folge an.

Der Bad Homburger Pharma- und Chemiekonzern Altana peilt dank des Magensäurehemmers Pantoprazol bereits das achte Rekordjahr in Folge an. Im 1. Halbjahr 2003 vergrößerte sich der Gewinn vor Steuern um 25 Prozent auf 329 Millionen Euro. "Auch in diesem Jahr erwarten wir Wachstum mit zweistelliger Dynamik", kündigte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus Schweickart am Montag in Bad Homburg an. Das Tempo werde maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Euro im Vergleich zum Dollar bestimmt.

Euro-Stärke bremst Wachstum

Bereits in der 1. Jahreshälfte hat der starke Euro nach Angaben von Altana acht Prozent Wachstum gekostet. Dennoch fiel der Umsatz mit 1,36 Milliarden Euro um 7 Prozent höher aus als vor einem Jahr. In lokalen Währungen habe es ein Plus von 17 Prozent gegeben.

Ohne Währungsturbulenzen zweistelliges Wachstum

In einheimischen Währungen gerechnet strebt Schweickart für das Gesamtjahr zweistellige Zuwachsraten bei Erlös und Konzernergebnis an. "Gemessen in Euro rechnen wir auf dem gegenwärtigen Währungsniveau mit einem guten einstelligen Umsatzwachstum", betonte der Altana-Chef. Der Gewinn dürfte sich deutlich besser entwickeln. "Eine zweistellige Steigerungsrate ist erreichbar, wenn es keine weiteren Währungsturbulenzen gibt." Diese Prognosen gelten auf Basis eines Kurses von 1,10 bis 1,15 Dollar je Euro.

Gesundheitsreform kostet 20 Mio Euro Gewinn

Die bislang vorliegenden Pläne zur Gesundheitsreform werden Altana im nächsten Jahr weitere 20 Millionen Euro Gewinn kosten, betonte Schweickart. Bereits in diesem Jahr hätten die staatlich verordneten Zwangsrabatte das Ergebnis um 15 Millionen Euro gedrückt. Warum bei der Reform ausgerechnet die forschenden Arzneimittelhersteller besonders getroffen werden sollen, sei ihm nicht erklärlich, betonte Schweickart. Altana werde daher bei Entscheidungen über Standorte für neue Aktivitäten eher das Ausland als Deutschland wählen.

Mehr Jobs - im Ausland

Altana will dennoch in den kommenden Monaten neue Arbeitsplätze schaffen. Ende Juni lag die Mitarbeiterzahl weltweit mit 9.975 um 5 Prozent oder 500 Personen höher als vor Jahresfrist. Davon arbeiteten 4.500 in Deutschland. Insgesamt wird es bis Ende des Jahres dann 600 neue Jobs geben, davon etwa 40 Prozent in Deutschland. In den ersten sechs Monaten konnte Altana ausschließlich im Ausland zulegen. Hier wurden mit 1,1 Milliarden Euro zehn Prozent mehr erlöst. In Deutschland ging der Umsatz dagegen um 4 Prozent auf 235 Millionen Euro zurück. Diese Einbußen seien aber vor allem Folge der staatlich verordneten Zwangsrabatte, hieß es. 83 Prozent des Umsatzes und 90 Prozent des Gewinns erwirtschaftet Altana im Ausland.

Pantoprazol bleibt Hauptumsatzträger

Die anhaltende Dynamik verdankt der Konzern dem Hauptumsatzträger Pantoprazol. Der eigene Umsatz mit dem Magenmedikament vergrößerte sich um 30 Prozent auf 560 Millionen Euro. Vor allem in den USA, wo kürzlich die Patentlaufzeit um fünf Jahre bis Juli 2010 verlängert wurde, ist der Säureblocker ein Erfolg. Inklusive aller Vertriebspartner wuchs der weltweite Marktumsatz im 1. Halbjahr um 20 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro - damit gehört Pantoprazol zu den umsatzstärksten Arzneimitteln auf der Welt.

Gegen die Branche gewachsen

Dies verschaffte der Pharmasparte von Altana eine Gewinnsteigerung von 32 Prozent auf 296 Millionen Euro. Der Chemiebereich litt unter der Konjunkturflaute und Wechselkursverlusten. Das Vorsteuerergebnis verschlechterte sich dort um knapp ein Fünftel auf 47 Millionen Euro.


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