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Private Unfallversicherung: Für wen macht sie Sinn?

Wenig Schutz für gutes Geld: So vernichtend lautet oft das Urteil von Verbraucherschützern und Versicherungsexperten, wenn es um die private Unfallversicherung geht. Aber stimmt das wirklich?

Tatsache ist: Einen umfassenden Schutz gegen Invalidität bietet eine Unfallversicherung nicht. So zahlt die Police bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit keinen Cent. Aber gerade aus Krankheitsgründen scheiden die meisten Menschen aus dem Job aus, unfallbedingt hingegen nur ein geringer Prozentsatz. Damit dürfte die Berufsunfähigkeitsversicherung eigentlich immer erste Wahl sein, wenn es darum geht, die eigene Arbeitskraft und damit den sozialen Standard zu versichern.

Könnte eine Hintertür sein

Doch nicht jeder Versicherte kann sich diese relativ teure Versicherung leisten. Noch häufiger werden Antragsteller wegen Vorerkrankungen oder eines hohen Berufsrisikos von den Gesellschaften abgelehnt. Eine Unfallversicherung kann da zumindest in einigen Fällen eine Hilfe sein. Sie zahlt, wenn nach einem Unfall ein dauerhafter körperlicher Schaden - die so genannte Invalidität - eintritt.

Die Höhe der Zahlung hängt maßgeblich davon ab, wie der Grad der Invalidität festgelegt wird. Grundlage dafür ist die so genannte Gliedertaxe. Beispiel: Der Verlust eines Auges bedeutet in der Regel eine Invalidität von 50 Prozent, der Verlust eines Zeigefingers eine Invalidität von 10 Prozent. Entsprechend der Versicherungssumme gibt es dann Einmalzahlungen oder eine vereinbarte Rente.

Bei Kindern sind keine Unfallfolgen versichert

Auch für den Schutz des Nachwuchses wird Eltern oft eine Unfallversicherung verkauft. Allerdings gilt auch bei Kindern, dass dann nur Unfälle versichert sind. Wird das Kind jedoch dauerhaft krank und kann lebenslang nicht für sein Einkommen sorgen, hilft nur eine Invaliditätsversicherung, die eine Einmalzahlung mit einer monatlichen Rente bis an das Lebensende verbindet. Als Ergänzung ist eine Unfallversicherung trotzdem sinnvoll, denn hohe Versicherungssummen lassen sich für wenig Geld abschließen.

Wer eine Unfall-Police abschließt, sollte immer an folgendes denken: Grundsätzlich ist es Aufgabe der Unfallversicherung, das Risiko einer Invalidität abzudecken. Dennoch bieten viele Gesellschaften daneben andere Leistungen an, die zum Teil schlichtweg überflüssig sind und nur unnötig die Prämie erhöhen. Das trifft zum Beispiel für die Tagegeldversicherung zu. Wer durch einen Unfall arbeitsunfähig wird, erhält für die Dauer der Genesung den vereinbarten Tagegeldsatz ausgezahlt. Diesen Schutz bietet in der Regel die normale Krankenversicherung im Heilungsprozess - zusätzlicher Schutz ist also überflüssig.

Keine Beitragsrückgewähr wählen

Auch andere Leistungen wie Genesungsgeld, Kostenersatz für kosmetische Operationen oder Krankenhaustagegeld lassen sich auf anderem Wege viel günstiger und besser versichern oder sind überflüssig, weil sie ohnehin Bestandteil der Krankenversicherung sind. Auf keinen Fall zu empfehlen sind Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr. Hierbei handelt es sich wie bei der Kapitallebensversicherung um eine Kombination aus Versicherung und Sparvertrag. Für die Kunden bedeutet das: wenig Transparenz und meist eine magere Verzinsung. Sinnvoller ist allemal eine Trennung der beiden Komponenten.

Entscheidend bei der Unfall-Police ist vor allem die Höhe der Kapitalabfindung, die im Fall des Falles gezahlt wird. Unter 40-Jährige sollten bis zu sechs Monats-Bruttogehälter absichern. Über 50 kann der Schutz etwas zurückgenommen werden auf vier bis fünf MonatsBruttogehälter. Kinder sollten mindestens mit 300.000 Euro abgesichert sein, damit im Ernstfall teure Folgekosten und eventuell sogar ein lebenslanger Unterhalt gewährleistet sind. Zusätzlich zu der Einmalzahlung macht es sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Kindern Sinn, dass eine monatliche Zusatzrente vereinbart wird, damit bis ins hohe Alter der Unterhalt gewährleistet ist.

Oliver Mest/DDP / DDP
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.