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Schufa: Berliner auch privat Schuldenmeister

Die Schufa geht davon aus, dass 2007 die Privatverschuldung nicht weiter steigen wird. Eine Entwarnung ist das jedoch nicht: Vor allem die Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin werden auch dieses Jahr sehr tief in der Kreide stehen.

Bei der Verschuldung von Privathaushalten in Deutschland zeichnet sich für 2007 erstmals seit mehreren Jahren eine leichte Entspannung ab. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) berichtete, die Verschuldungs-Situation werde sich zum ersten Mal seit Beginn der Schufa-Messungen (2003) voraussichtlich nicht weiter verschlechtern. Dies sei aber kein Anlass zu einer Entwarnung, der Ansturm auf die Schuldnerberatungen werde weiter gehen, betonte Vorstandschef Rainer Neumann. 2006 nahm der Privatverschuldungindex für Anzeichen von Kreditproblemen zu - mit zwei Prozent aber deutlich geringer als 2005 mit vier Prozent.

Neumann sprach von einem positiven Trend, der im vergangenen Jahr je nach Region unterschiedlich ausgefallen sei. Dabei nahmen die Probleme mit dem Geld von Süden nach Norden hin zu: Gemessen an einem Wert von 1000 aus dem Jahr 2003 lag der Privatverschuldungsindex (PVI) 2006 im Bundesdurchschnitt bei 1132. Baden-Württemberg (816) und Bayern (832) schnitten besonders gut ab, dagegen war die Verschuldungslage in Mecklenburg-Vorpommern (1236) und Berlin (1473) besonders problematisch. Zum oberen Mittelfeld gehörten etwa Hessen, Sachsen und Thüringen, zum eher problematischen unteren Mittelfeld Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen.

Bürger sind vorsichtiger beim Konsum

Der Prognose zufolge wird der Verschuldungsindex 2007 um 0,5 Prozent zurückgehen. Als Gründe für eine erste positive Entwicklung nannte die Schufa die allgemeine konjunkturelle Entspannung, aber auch die Vorsicht der Bürger bei Konsumfinanzierungen in den vergangenen Jahren.

In den PVI, den die Schufa Holding im Rahmen ihres Schulden-Kompasses veröffentlicht, fließen Daten aus dem anonymisierten Bestand von mehr als 60 Millionen Bürgern ein - mit Angaben zu Privatinsolvenzen, Kreditkündigungen seitens der Banken oder auch Problemen bei Konsumfinanzierungen wie Handy-Rechnungen oder Leasing-Verträgen.

Wie viele Menschen konkret - und mit welcher Summe - verschuldet sind, misst der Schufa-Index nicht. Laut Armutsbericht der Bundesregierung sind bundesweit 3,2 Millionen Menschen verschuldet.

DPA / DPA