Sozialversicherer Viel Kassengeld im Lehman-Schlund


Der Fall Lehman Brothers hat auch den deutschen Sozialversicherern reichlich zugesetzt. Fast eine Milliarde Euro haben Krankenkassen und andere in Papiere der Pleitebank gesteckt. Das hört sich alarmierend an - das Bundesversicherungsamt konnte jedoch beruhigen.

Deutsche Sozialversicherer haben bei der deutschen Tochter der zusammengebrochenen US-Bank Lehman Brothers insgesamt knapp 800 Millionen Euro angelegt. Das sagte der Präsident des Bundesversicherungsamts (BVA), Josef Hecken, am Mittwoch in Bonn. Die Gelder seien für alle Betroffenen über eine Einlagensicherung von rund 285 Millionen Euro pro Anleger gedeckt.

Neben den Krankenversicherungen Barmer Ersatzkasse und der Knappschaft (Bochum) hätten auch vier Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK) und weitere Versicherer Geld bei Lehman in Frankfurt angelegt. Insgesamt gelte für alle Sozialversicherer, dass ihre Geldanlagen sicher seien und sie keine Beitragsgelder "verzockt" hätten.

Das gilt für zahlreiche Privatanleger, die auf Zertifikate von Lehman gesetzt hatten, jedoch nicht. Sie konnten am Dienstag kurz hoffen, nachdem die Bundesfinanzaufsicht BaFIn bei der deutschen Tochter Lehman Brothers Bankhaus AG den Entschädigungsfall fesgestellt hatte. Die hatte aber nur große Kunden wie genannte Versicherer.

Wie der Frankfurter Anlegeranwalt Klaus Nieding am Mittwoch berichtete, habe die Nachricht von der BaFin für reichlich Verwirrung bei den Privatanlegern gesorgt, die wieder Hoffnung schöpften. Für sie bedeute die Ankündigung jedoch rein gar nichts, betonte Nieding.

DPA DPA

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