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Onlinebanking : Kreative Sparkassen-Gebühr: Jeder Klick kostet den Kunden zwei Cent

Wegen der Nullzinsen erhöhen viele Banken die Kontoführungsgebühren. Ein besonders kreatives Modell hat die Sparkasse Soest entwickelt: Onlinebanking-Kunden zahlen hier pro Klick - auch wenn sie nur den Kontostand einsehen.

Mann läuft an einem Sparkassen-Logo vorbei

Der Kamp gegen das Online Geschäft hinterlässt Spuren. Die Sparkasse wird weitere Filialen schließen müssen. 

Eigentlich wird vom modernen Bankkunden fast schon verlangt, seine Geldgeschäfte online zu erledigen. Papier-Überweisungen, Ein- und Auszahlungen am Schalter sowie ähnliche Steinzeit-Vorgänge erledigen Geldinstitute heutzutage nur noch höchst unwillig - und gegen mitunter happige Gebühren.

Umso erstaunlicher ist, was uns der Soester Anzeiger von der örtlichen Sparkasse berichtet. Die Sparkasse Soest hat nämlich ein ungewöhnliches Gebührenmodell entwickelt. Während der Kontoauszug am Drucker in der Filiale kostenlos ist, müssen Onlinebanking-Kunden für jeden Klick bezahlen. Laut dem Lokalblatt mussten Kunden bislang "für jeden Klick auf die Website ihres Kontos" einen Cent bezahlen. Diese Gebühr werde nun sogar auf zwei Cent verdoppelt.

Nicht ganz klar ist, ob die zwei Cent pro Login oder tatsächlich für jeden Mausklick innerhalb des Accounts anfallen. Eine Bitte des stern um genauere Erläuterung des Klickgebührenmodells ließ die Sparkasse Soest unbeantwortet.

Nicht alle zahlen die Klickgebühr

Fest steht jedoch, dass der Gebührenzähler nicht erst ausschlägt, wenn man eine Überweisung tätigt, sondern beispielsweise auch schon beim Abrufen des Kontostands. "Schließlich werden schon beim bloßen Anklicken der Seite technische Prozesse im Hintergrund ausgelöst, die mit Kosten verbunden sind", begründet ein Sprecher der Sparkasse gegenüber dem Soester Anzeiger die Maßnahme.  

Allerdings müssten nicht alle Kunden die Klickgebühr bezahlen. Wer eine pauschale Kontoführungsgebühr von fünf Euro im Monat zahlt, ist von der 2-Cent-Abgabe befreit. Wer dagegen die Variante mit einer Monatsgebühr von 3,50 Euro wählt, muss sich beim Klicken zügeln. Beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband kennt man das Klickmodell nicht. Ein Sprecher erklärte, die Gebührengestaltung sei Sache jedes einzelnen Instituts. Da mit dem stationären Kontoauszugsdrucker in der Filiale eine kostenlose Möglichkeit bereitsteht, den eigenen Kontostand einzusehen, ist den gesetzlichen Anforderungen genüge getan.