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Spartipp: Preistreiber Öl - selbst Strumpfhosen werden teurer

Was haben Strumpfhosen, Kerzen und Autoreifen gemeinsam? Sie bestehen zum Teil aus Öl und werden damit demnächst teurer. Bemerkbar machten sich die höheren Ölpreise zunächst beim Auto-Kraftstoff und bei Flugtickets. Aber bald werden Kerzen folgen - ebenso wie Pullover, Hemden und Kleider aus synthetischen Materialien. Und auch Strümpfe und Strumpfhosen werden aus diesen Gründen demnächst mit ein paar Mark mehr zu Buche schlagen. Wer also sparen will, sollte sich jetzt noch bei niedrigen Preisen eindecken.

Was haben Strumpfhosen, Kerzen und Autoreifen gemeinsam? Sie bestehen zum Teil aus Öl und werden damit demnächst teurer. Bemerkbar machten sich die höheren Ölpreise zunächst beim Auto-Kraftstoff und bei Flugtickets. In Kürze werden die Verbraucher feststellen, dass auch andere Industrien von den Kosten für Rohöl abhängen.

Das gilt vor allem für die Reifenhersteller. »Für einen Reifen brauchen wir allein 40 Liter Öl«, erklärt Peter Hülser, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk in Köln. Für den Verbraucher heißt das: Ab November schlagen die Pneus mit durchschnittlich sechs Prozent mehr zu Buche.

Noch höher wird der Zuschlag bei Kerzen: Wegen der Inhaltsstoffe wie Parafin, aber auch wegen der Folienpackung und des Transports muss der Kunde in Zukunft zehn bis 20 Prozent mehr bezahlen. Ein paar Mark mehr müssen die Verbraucher auch für Pullover oder Hemden aus synthetischen Materialien einplanen. Hier kommt zum Ölanteil im Stoff das Währungsgefälle wegen des schwachen Euro. Produziert wird vorwiegend im asiatischen Raum, abgerechnet nicht selten in harten Dollar. Wegen des großen Konkurrenzdrucks wird aber bei Kleidung nur mit einer Preissteigerung von etwa drei Prozent gerechnet.

Gleiches erwartet die Käufer von Strümpfen und Strumpfhosen. »Das geht zwar nicht so schnell wie mit dem Benzin«, erklärt Peter Giernoth, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Maschenindustrie in Stuttgart. »Aber wir befürchten, dass wir in einem halben Jahr, wenn die Lager leer sind, neu kalkulieren müssen.« Auch bei Skiern, die zu rund 70 Prozent aus Öl bestehen, ist mit einem merklichen Preisanstieg erst in der nächsten Wintersaison zu rechnen.

In einer Spanne von vier bis acht Prozent bewegen sich die Preiserhöhungen bei der Unterhaltungselektronik - gerade jetzt zum Weihnachtsgeschäft. Geräte wie Camcorder, Uhrenradio und Walkman werden zum größten Teil in Asien hergestellt. Wichtige elektronische Einbauteile kommen aus Amerika. »Wer sich ein solches Gerät anschaffen will, sollte frühzeitig zugreifen. Noch ist die Auswahl da, und keiner weiß, wie sich der Dollar noch entwickelt«, empfiehlt Jochen Wiesinger, Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in Hannover.

Konkurrenzdruck sorgt aber auch dafür, dass der Preis vieler Produkte stabil bleibt, obwohl aus Dollarländern importiert werden muss. Das gilt zum Beispiel für Kaffee oder für den Fruchthandel. »Wir haben erheblich höhere Kosten, können sie aber nicht an den Verbraucher weitergeben«, sagt Andreas Brügger, Geschäftsführer des Deutschen Fruchthandelverbandes in Bonn. Wenn die Preise für Zitrusfrüchte in nächster Zeit wahrscheinlich etwas anziehen, so hängt dies nicht mit Währungsschwankungen, sondern mit einer geringeren Ausfuhr der Anbauländer im Mittelmeerraum zusammen.

Dass auch Reisen teurer werden, liegt auf der Hand. Aber nicht nur in den USA selbst, sondern auch in Reiseländern wie Hongkong, China, Israel, den Malediven, Kuba und der Dominikanischen Republik muss der Urlauber tiefer in die Tasche greifen. Selbst da, wo nicht überwiegend mit Dollar gezahlt wird, haben die Währungen gegenüber der Mark erheblich zugelegt.

Wer die Sonnenmilch am Urlaubsort kauft oder das Auto auf eigene Faust mietet, zahlt wegen des schlechten Umrechnungskurses drauf. »Es empfiehlt sich, möglichst vieles vom Ausflug bis zur Halbpension von Deutschland aus vorzubuchen«, sagt Bernd Rimele von der TUI-Deutschland in Hannover. Melanie Schacker vom Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Frankfurt pflichtet bei: »Andernfalls kann eine vermeintliche Schnäppchenreise schnell zum Flop werden.«

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