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Steigende Zinsen: Geldanlage in Hochzins-Zeiten

Steigen die Zinsen, freut sich der Mensch - wenn er Geld zum Anlegen übrig hat. Doch nicht alle Angebote sind empfehlenswert - und nicht überall bekommt man am meisten für sein Geld.

Die Zinsen klettern, die Banken locken mit vielen Angeboten. Grundsätzlich sollten Anleger bei Tagesgeld-Angeboten auf das Kleingedruckte achten. Viele Angebote sind Lockvogel-Angebote. Entweder gelten sie nur für drei oder sechs Monate, um Neukunden zur Kontoeröffnung zu bewegen - oder aber die guten Zinsen werden nur gezahlt, wenn gleichzeitig eine bestimmte Summe angelegt wird.

Einlagensicherung nicht vergessen

Die Credit Europe Bank bietet 5 Prozent auf das eingelegte Tagesgeld. Allerdings sollten Anleger nicht mehr als 20.000 Euro bei dieser Bank aufs Konto legen, denn die Einlagensicherung greift nurbis zu dieser Höhe. Bis zu einer Summe von 20.000 Euro ist das Geld aber zu 100 Prozent sicher.

Richtig kompliziert wird es bei Cortal Consors, wo sich Anleger ihre Zinsen von 4,5 Prozent hart mit dem Lesen des Kleingedruckten verdienen müssen. Denn dieser Top-Zins wird für 6 Monate ohne weitere Gebühren nur gewährt, wenn man gleichzeitig ein Depot hat, einen Sparplan abschließt oder ein Mindestguthaben auf dem Konto ausgewiesen wird. Ansonsten wird eine Leistungspauschale von 1,95 Euro fällig, die gerade bei Kleinanlegern die Rendite erheblich schmälert.

Merkwürdige Einlage-Modalitäten

Ein merkwürdiges Modell hat sich auch die Karstadt-Quelle-Bank mit ihrem "Traum-Zins-Konto" ausgedacht. 4,59 Prozent effektiven Zins bietet die Bank an, aber nur bis zu einer Einlage von 5000 Euro. Liegt nur 1 Cent mehr auf dem Konto, gibt es nur noch 3,57 Prozent - und zwar auf die gesamte Einlagesumme. Das heißt: Bei 5000 Euro Anlage vermindert jeder Euro Zinsen, der auf dem Konto gutgeschrieben wird, den gesamten Jahreszins um mehr als 50 Euro. Ärgerlicher ist nur noch das Ausfragen von Daten, um überhaupt ein Konto eröffnen zu können.

In sechs Schritten werden Verbraucher nach geplanten Anschaffungen, Ausgaben, des dafür zur Verfügung stehenden Budgets und über weitere sehr persönliche Geld-Angelegenheiten ("Besitzen Sie eine Lebensversicherung?") ausgefragt. Und damit nicht genug: Man soll auch noch gegen Gebühr Freunde einbinden, die dann ebenfalls mit Werbung zugeschüttet werden. Denn darum geht es letztlich: Für den guten Zins "verkauft" man seine Adresse und seinen Namen und wird entsprechend den eigenen Angaben beworben.

Geld auf verschiedene Konten aufteilen

Ebenfalls beliebt bei Banken sind Zinstreppen: Die lukrativsten Zinsen werden dann immer nur für einen Teilbetrag gewährt, meistens 5000 Euro. Auf der nächsten Stufe bis zu 10.000 Euro gibt es schon weniger Zinsen, und je höher der Anlagebetrag ist, umso geringer wird die Verzinsung für die einzelnen Stufen und damit natürlich auch die Gesamtverzinsung für das angelegte Geld. In so einem Fall hilft nur das Aufteilen des Geldes auf verschiedene Konten. Denn wenn man viermal 5000 Euro anlegt, bekommt man auch viermal den vollen Zins - anders als bei 20.000 Euro, die auf einem Konto liegen.

Problematisch sind auch Angebote, die an ein ungewisses Ereignis gekoppelt sind, beispielsweise der "Werder Champions Zins". Diese Tagesgeldanlage macht den Zins abhängig vom Abschneiden des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen in der laufenden Saison. Läuft es gut, sind laut Stiftung Warentest schon über 4 Prozent Zins möglich - spielt Bremen schlecht bedeutet dies aber auch weniger Zinsen. Anleger sollten solche Angebote eher meiden, denn das Zinsniveau ist zu niedrig, um die Zinsen von solchen ungewissen Ereignissen wie dem Bundesliga-Fußball abhängig zu machen.

Wer sich als Anleger über die besten Angebote für Tages- und Festgelder informieren möchte, kann das am einfachsten bei biallo.de. Dort finden sich alle aktuellen Angebote aufgelistet - und zwar mit allen Eventualitäten wie Laufzeitbegrenzungen, Zinstreppen und Ähnlichem.

Oliver Mest/DDP / DDP
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