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Steuererklärung: Sieben Änderungen, von denen Steuerzahler 2019 profitieren

Steuerfreies Job-Ticket, höhere Freibeträge und mehr Zeit für die Abgabe der Steuererklärung: 2019 profitieren Steuerzahler von einigen Änderungen. Hier sind die wichtigsten.

Steuererklärung

Bei der Steuer gibt es 2019 einige Änderungen

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Das neue Jahr hält in Sachen Steuererklärung einige Änderungen für Steuerzahler bereit. So können Steuerzahler von verschiedenen Gesetzesänderungen und höheren Freibeträgen profitieren. Die offensichtlichste Neuerung aber betrifft die Abgabe der Erklärung selbst. Sieben Änderungen, die Sie kennen sollten:

1. Steuererklärung: Verlängerte Abgabefristen

Der bisherige Stichtag 31. Mai verschiebt sich ab 2019 um zwei Monate nach hinten. Wer seine Steuererklärung für 2018 selbst macht, hat also bis zum 31. Juli Zeit, die Erklärung beim Finanzamt einzureichen. Die verlängerte Abgabefrist gilt dauerhaft. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein engagiert, hat ebenfalls zwei Monate mehr Zeit, seine Belege zusammenzusuchen. Statt wie bisher Ende des Jahres ist die Abgabefrist nun Ende Februar des Folgejahres - für die Steuererklärung 2018 also erst am 29. Februar 2020.

Aber Vorsicht: Steuerpflichtige, die die Frist versäumen und keine Fristverlängerung beantragt haben, sollen ab 2019 automatisch mit einem Verspätungszuschlag belegt werden. Bislang lag es im Ermessen des jeweiligen Finanzamts, diesen auszusprechen.

2. Ausgleich der kalten Progression

Um die sogenannte "kalte Progression" auszugleichen, steigen die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze um 1,84 Prozent. Damit wird die geschätzte Inflation in den Steuertarif eingepreist, um Mehrbelastungen zu verhindern.

3. Höherer Gundfreibetrag

Der Grundfreibetrag, bis zu dem ein Single keine Steuern zahlen muss, steigt 2019 von 9000 Euro auf 9168 Euro Jahresverdienst. Für Paare gilt der doppelte Betrag. Analog erhöht sich der Unterhaltsfreibetrag, bis zu dem Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden, auf 9168 Euro.

4. Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag

Ab Juli 2019 steigt das Kindergeld um zehn Euro je Kind und Monat. Der Kinderfreibetrag erhöht sich für Paare, die steuerlich zusammen veranlagt sind, von 4788 Euro auf 4980 Euro. Allerdings gibt es - wie bisher auch - nur eines von beidem. Das Finanzamt prüft im Einzelfall von sich aus, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag günstiger sind. Im Zweifel sollten Eltern daher immer erst einmal Kindergeld beantragen, denn dieses gibt es nur noch ein halbes Jahr rückwirkend.

5. Steuerfreies Job-Ticket

Um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver zu machen, sind Jobtickets künftig steuerfrei. Arbeitnehmer, die die Monatskarte kostenlos oder verbilligt bekommen, müssen die Ersparnis nicht mehr versteuern. Die steuerfreien Leistungen werden aber auf die Entfernungspauschale angerechnet. Der neue Steuervorteil gilt nicht für Beschäftigte, die das Job-Ticket in Form einer Entgeltumwandlung bekommen.

6. Privat genutzte Dienst-Fahrräder

Wer sein Dienstfahrrad auch privat nutzt, muss ab 2019 den geldwerten Vorteil nicht mehr versteuern. Das gilt nicht nur für herkömmliche Fahrräder, sondern auch für E-Bikes mit Geschwindigkeiten bis zu 25 Stundenkilometern. Die Steuerbefreiung ist zunächst bis Ende 2021 befristet und gilt auch nicht für E-Bike-Leasing in Form einer Gehaltsumwandlung.

7. Firmenwagen mit Elektro- und Hybridantrieb

Auch wer einen Firmenwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb privat nutzt, wird steuerlich entlastet. Statt die üblichen ein Prozent des Listenpreises müssen nur 0,5 Prozent als geldwerter Vorteil versteuert werden. Der Rabatt gilt für Elektro- und Hybridfahrzeuge, die zwischen 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2021 gekauft oder geleast werden. 

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