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Strategie: T-Online erwartet Umsatzplus

Der Internetriese T-Online erwartet für das kommende Jahr einen Umsatzanstieg um 400 bis 600 Millionen Euro auf dann 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro. Eine erklärung für den kommenden Umsatzschub gibt es auch.

Wie Finanzvorstand Jens Becker am Mittwoch in Weiterstadt berichtete, wird der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aufgrund deutlich höherer Aufwendungen für das Marketing in Frankreich und Spanien aber um 100 bis 200 Millionen Euro niedriger liegen als 2004. Für das laufende Jahr erwartet T-Online ein Ebitda von 460 Millionen Euro.

Breitbanddienstleistungen aus einer Hand

Zu einem fühlbaren Umsatzschub dürfte der Umstand führen, dass T-Online nach eigenen Angaben ab dem kommenden Jahr alle Breitbanddienstleistungen aus einer Hand anbieten wird. Ab der ersten Jahreshälfte 2005 werde T-Online erstmals Komplettpakete vermarkten aus DSL-Anschluss, Internetzugang und Hardwarekomponenten, sagte Vorstandschef Rainer Beaujean. Zusätzlich will T-Online ab dem kommenden Jahr erstmals Internet-Telefonie anbieten. Die Vermarktung der Anschlüsse ist im Telekom-Konzern bislang Domäne der T-Com.

Becker sagte, das Unternehmen erwarte in den kommenden zehn Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 15 Prozent. Das Ebitda werde voraussichtlich 2006 bereits wieder auf dem Niveau von 2004 liegen. Der Umsatz solle in den nächsten zehn Jahren auf acht Milliarden Euro und der Gewinn (Ebitda) auf zwei Milliarden Euro steigen.

Zahl der Internetnutzer weiter steigend

Beaujean erklärte, nach Schätzungen von T-Online werde die Zahl der Internetnutzer in Deutschland in den kommenden drei Jahren insgesamt um acht Prozent auf 29,1 Millionen wachsen. Zeitgleich werde aber die Zahl der besonders attraktiven Nutzer von Breitbandangeboten um 32 Prozent auf dann 15 Millionen steigen.

Auch in Frankreich und Spanien, wo T-Online mit seinen Töchtern Club Internet und Ya.com präsent ist, werde es ein deutliches Wachstum im DSL-Bereich geben, sagte Beaujean. Der T-Online-Chef kündigte für beide Länder eine aggressive Marketingstrategie an, um den Anteil der T-Online-Töchter am Gesamtmarkt zu steigern. Ziel sei in beiden Ländern ein Marktanteil von 15 bis 20 Prozent. Dafür werde T-Online bis 2007 bis zu einer Milliarde Euro ausgeben, davon rund 500 Millionen Euro für Investitionen in Netzwerke, den Rest für die Gewinnung neuer Kunden.

Bislang haben die T-Online-Töchter in Frankreich einen Marktanteil von fünf und in Spanien von knapp sieben Prozent. Beaujean sagte, T-Online wolle mit seiner neuen Strategie die Zahl der DSL-Kunden bis 2014 auf europaweit 17 Millionen erhöhen. (AP)