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Tagesgeld und Festgeld Diese Banken zahlen die höchsten Zinsen


Sparen lohnt wieder: Viele Banken locken derzeit neue Kunden mit gut verzinsten Angeboten für Tagesgeld und Festgeld. Ein "Finanztest"-Vergleich zeigt, wo es für das Ersparte die besten Zinsen gibt.

Viele Banken locken Sparer derzeit mit hohen Zinsen. Der Grund: Bis Ende Juni 2012 müssen die Institute die von der europäischen Bankenaufsicht vorgeschriebene Kernkapitalquote von neun Prozent erreichen - als Puffer für Krisenzeiten. Das nutzt den Kleinanlegern, um deren Gelder die Banken buhlen: "Die verschärften Vorgaben der Bankenaufsicht motivieren die Geldhäuser, neues Geld von Kunden einzuwerben - und dazu sind attraktive Konditionen nötig", sagt Max Herbst von der Finanzberatung FMH.

Zudem benötigen die Banken nicht nur kurzfristig frisches Geld, sondern auch langfristig eine verlässliche Kundenbasis. Das verlangen die strengeren Bankenregeln (Basel III), die ab 2013 greifen sollen. Ein Umstand, von dem Sparer profitieren: Der Testsieger eines Zinsvergleichs der Zeitschrift "Finanztest", die Amsterdam Trade Bank, bietet aufs Tagesgeld einen effektiven Jahreszins von 2,7 Prozent. Wie die AT-Bank sind auch die anderen Geldhäuser mit den besten Konditionen Direktbanken ohne eigenes Filialnetz. So belegt MoneYou, die Onlinemarke der niederländischen ABN Amro Bank, mit einem Jahreszins von 2,65 Prozent den zweiten Platz im aktuellen "Finanztest"-Ranking.

Gute Zinsen mit persönlichem Service

Doch auch, wer wert auf persönlichen Service legt, findet Tagesgeld-Angebote mit guten Zinsen. Das beste Angebot bei den Filialbanken machte wie schon in den vorangegangenen Tests die Santander Bank (deutschlandweit 350 Filialen): Sie bietet fürs Tagesgeld einen Effektivzins von 2,02 Prozent pro Jahr. Festgeld wird von allen Filialbanken am besten bei dem Schwesterinstitut der Santander Consumer Bank verzinst: 2,25 Prozent gibt es dort für ein Jahr und 2,75 bzw. 3,5 Prozent für zwei bzw. drei Jahre.

Beim Wechsel des Tages- oder Festgeldangebot sollten Verbraucher aber nicht nur auf die Zinsen, sondern auch auf langfristige Garantien achten. Viele Angebote sind an Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise eine Mindesteinlage oder die gleichzeitige Eröffnung eines Girokontos. Beliebt sind auch Neukundenangebote, die oft nur befristet gelten. Bei einigen Banken gab es laut "Finanztest" in den vergangenen zwei Jahren aber auch konstant höhere Zinsen, darunter die Advanzia Bank, die NIBC Bank und die Bank of Scotland.

3,6 Prozent Zinsen beim Festgeld

Der Vorteil von Tagesgeld ist neben den relativ hohen Zinsen die gute Verfügbarkeit. Höhere Zinsen gibt es, wenn das Geld für eine Weile fest angelegt wird. Auch bei den Festgeldangeboten haben die Direktbanken die Nase vorn: So bietet die Online-Bank ATB bei einjähriger Laufzeit ohne Kündigungsmöglichkeit drei Prozent Zinsen. Damit liegt die ATB gemeinsam mit der Garanitbank wiederum an der Spitze. Beide Institute gehören der niederländischen Einlagensicherung an, die Spargeld bis zu 100.000 Euro im Fall einer Bankenpleite schützt.

Für dreijähriges Festgeld ohne Kündigungsmöglichkeit ermittelten die Tester bei der VTB Direktbank und der Denizbank 3,6 Prozent Zinsen. Beide Banken gehören der österreichischen Einlagensicherung an. Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten, auf Sparbüchern und Sparbriefen sind seit Dezember 2010 in allen EU-Ländern bis zu einer Summe von 100.000 Euro geschützt - pro Kunde und Bank.

Allerdings gilt die Einlagensicherung nur für Banken aus der EU. Kleinanleger sollten bei ausländischen Geldinstituten daher genau hinsehen. Branchenkenner erinnern an den Fall der isländischen Kaupthing Bank: Tausende Sparer aus Deutschland ließen sich von den Isländern mit immens hohen Tagesgeldzinsen locken - und mussten nach der Pleite der Bank im Oktober 2008 um ihr Geld bangen.

Alle Ergebnisse des "Finanztest"-Vergleichs erhalten Sie gegen eine Gebühr online

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