Terminbörse Eurex Aufbruch nach Amerika


Seit Monaten ist Eurex die wichtigste Geldmaschine der Deutsche Börse AG. Nach Erfolgen mit paneuropäischen Indizes lockt jetzt das Geschäft auf dem amerikanischen Markt.

Die Terminbörse Eurex ist seit Monaten die wichtigste Geldmaschine der Deutschen Börse AG. Mit Eurex-Produkten können sich Anleger gegen das Auf und Ab an den Finanzmärkten schützen. Doch Börsenturbulenzen sind nach Ansicht von Börsen-Vorstand Rudolf Ferscha nicht die wichtigsten Wachstumstreiber der weltgrößten Terminbörse. "Wir haben als einzige Börse in Europa auf paneuropäische Aktienindizes gesetzt und diese insbesondere in den USA verkauft", sagte Ferscha in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt.

Am größten sind jedoch die Wachstumsaussichten bei Produkten, die sich auf Zinsen und Anleihen beziehen. "Der Markt, der außerhalb der Börse stattfindet, ist mehr als zehn Mal so groß wie der börsliche Futures-Markt", betonte Ferscha.

Ab 2004 auch in Amerika

Gute Chancen sieht Ferscha auch in den USA. Auf dem amerikanischen Markt will die Eurex von 2004 an Terminhandel mit Aktien-, Zinsen- und Indexprodukten anbieten. Allerdings sind Derivate auf bekannte Aktienindizes wie den S&P 500 zum Teil schon exklusiv vergeben. "Wir können sowohl für vorhandene Produkte Lizenzen erwerben als auch eigene entwickeln", entgegnete Ferscha. Den Platzhirschen in den USA will Ferscha "Preis- und Kostenführerschaft" entgegensetzen. Außerdem biete die Eurex im Gegensatz zu US-Terminbörsen allen Kunden gleichberechtigten Zugang zum Handel. In den USA gebe es häufig Vorteile für bestimmte Börsen-Mitglieder.

"Ausgezeichnete Erfahrungen mit den Aufsichtsbehörden"

Mit den amerikanischen Behörden gebe es keine Probleme. Der Vorstandschef der Konkurrenzbörse Euronext-Liffe hatte den USA Protektionismus vorgeworfen. "Wir haben ausgezeichnete Erfahrungen mit den Aufsichtsbehörden gemacht", betonte Ferscha. Er gehe davon aus, dass die Eurex auch eine Zulassung als Börse in den USA bekommen würde, falls sie diese beantragen würde.

Das klassische Geschäft einer Terminbörse - die direkte Absicherung von Waren oder Finanzinstrumenten - spielt nicht mehr die wichtigste Rolle. Der Hauptzweck von Derivaten bestehe mittlerweile aber besonders darin, ein bestimmtes Risikoprofil günstiger in Derivaten abzubilden, ohne direkt in den zu Grunde liegenden Produkten wie Anleihen oder Aktien investiert zu sein.

DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker