Tourismus Steigt TUI aus Börsen-Bundesliga DAX ab?


In den DAX kommt Bewegung: Der Touristikkonzern TUI steht vor dem Abstieg,dafür könnte der Sportartikelhersteller Puma nachfolgen. Unterdessen nährte der Aktienkauf der Investmentbank Morgan Stanley weitere Übernahmegerüchte.

Ein Abstieg des Touristikkonzerns Tui aus der Börsen-Bundesliga DAX wird wahrscheinlicher. Aufsteigen könnte der Sportartikelhersteller Puma. Das geht aus der Statistik der Deutschen Börse AG für Marktkapitalisierung und Börsenumsatz im Monat Juli hervor, die am Mittwoch in Frankfurt/Main veröffentlicht wurde. Unterdessen gab es weiter Spekulationen über eine Absage des Börsenganges der Tui-Tochter Hapag-Lloyd.

Bei der Marktkapitalisierung nur auf Platz 37

Die Tui AG kam laut Statistik der Deutschen Börse im Juli bei der Marktkapitalisierung nur auf Platz 37 (Vormonat: 35). Dabei sei die Beteiligung der Investmentbank Morgan Stanley von gut zehn Prozent zum Streubesitz gezählt worden, hieß es bei der Deutschen Börse. Sonst wäre die Platzierung noch schlechter ausgefallen. Beim Börsenumsatz steht Tui unverändert auf Rang 26. Als Abstiegskandidat aus dem Aktienindex DAX der 30 wichtigsten Unternehmenswerte gilt, wer bei einem der beiden Kriterien nicht mehr Platz 35 erreicht. Darauf sank die Tui-Aktie bis Mittwochmittag 1,66 Prozent auf 14,19 Euro.

Ausschlaggebend für einen möglichen DAX-Abstieg von Tui sind die Zahlen im August. Am 3.9. wird dann über die Neuzusammensetzung der Indizes zum 20.9. entschieden. Voraussetzung für einen Wechsel im DAX ist ein Aufstiegskandidat. Dies ist nach derzeitigem Stand die im MDAX-notierte Puma-Aktie, weil das Unternehmen sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes (Platz 29) als auch beim Börsenumsatz (Platz 28) DAX-tauglich wäre.

Hapag-Lloyd soll an die Börse

Unterdessen bekräftigte Tui, an den Plänen für einen Börsengang der Schifffahrts-Tochter Hapag-Lloyd festzuhalten. "Die Vorbereitungen laufen unverändert. Eine konkrete endgültige Entscheidung zur Absage gibt es noch nicht", sagte Tui-Sprecher Mario Köpers am Dienstagabend. Er reagierte damit auf einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch), wonach der Börsengang in Kürze abgesagt werde.

Tui-Vorstandschef Michael Frenzel hatte erst in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass die Marktbedingungen über den Hapag- Lloyd-Börsengang entscheiden würden. Der Konzern sei wirtschaftlich nicht gezwungen, Hapag-Lloyd an die Börse zu bringen. Es gebe interne Wertvorstellungen. "Nur wenn wir die erreichen, werden wir das machen", hatte Frenzel betont. Man halte sich alle Handlungsoptionen offen.

Beratung wegen Übernahmegerüchte

Die Investmentbank Morgan Stanley hatte vor kurzem ihr Tui-Aktienpaket auf gut 10 Prozent verdoppelt und damit für Übernahmegerüchte gesorgt. Tui zog als Teil der Abwehrstrategie die Veröffentlichung von Halbjahreszahlen auf diesen Donnerstag vor. Und das nicht ohne Hilfe: Angeblich berät die Investmentfirma Greenhill bei der Abwehr eines feindlichen Übernahmeversuches. "Wir haben Greenhill im Juli beauftragt, uns bei allen anstehenden Fragen zu beraten", sagte ein Firmensprecher der "Financial Times Deutschland" (FTD) einer Vorabmeldung aus der Donnerstag-Ausgabe zufolge. Die Bank habe ein so genanntes Verteidigungsmandat zur Abwehr einer feindlichen Übernahme erhalten.

Tui-Chef Michael Frenzel hatte am Wochenende erklärt, er wolle sich gegen mögliche Übernahmeversuche wehren. Hinter dem jüngsten Kursverfall der Tui-Aktie vermute er Spekulationsgeschäfte mit dem Ziel, den Kurs systematisch nach unten zu treiben. "Ich werde sicher nicht tatenlos zusehen, wie Aufkäufer bei der Tui einsteigen und das Unternehmen dann zerschlagen", sagte Frenzel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". (DPA, Reuters)

DPA

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