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Währung: Die «Blüten» werden besser

Im ersten Euro-Jahr scheiterten viele Geldfälscher noch an den zahlreichen Sicherheitsmerkmalen - aber langsam tasten sie sich an den Euro heran.

Im ersten Jahr des Euro-Bargeldes scheiterten noch viele Geldfälscher an den zahlreichen Sicherheitsmerkmalen der neuen europäischen Währung. Zunächst wurden überwiegend nur «amateurhafte Fälschungen» festgestellt. Aber die Qualität der «Blüten» wird ständig besser, berichtete die Deutsche Bundesbank in Frankfurt.

Die «optische

Verwechslungsgefahr der Fälschungen hat im Laufe des Jahres ständig zugenommen», mahnte die Bundesbank. 2002 wurden insgesamt in Deutschland 13.698 falsche Euro-Banknoten und 1.032 nachgemachte Euro-Münzen registriert.

Im gesamten

Euro-Raum konnten im vergangenen Jahr 167.118 «Blüten» aus dem Verkehr gezogen werden. Der Schwerpunkt lag - wie in der Bundesrepublik - aber eindeutig in der 2. Jahreshälfte mit 145.153 gefälschten Euro-Noten. Dies ist nur ein Viertel der «Blüten», die 2001 von den alten Währungen entdeckt wurden, betonte die Europäische Zentralbank (EZB). Auf eine Million echte Banknoten kämen im gemeinsamen Währungsraum nur etwa 20 Fälschungen.

Die kriminellen Geldproduzenten konzentrieren sich eindeutig auf die 50-Euro-Note. Auch in der D-Mark-Ära war der etwa gleichwertige blaue Hunderter mit Abstand die meist gefälschte Banknote. Im 2. Halbjahr gingen in Euroland knapp 84 Prozent oder 121.826 «Blüten» auf das Konto des 50-Euro-Scheins. 500er erreichten nur auf einen Mini-Anteil von 0,1 Prozent. Hier zu Lande registrierte die Bundesbank im Gesamtjahr 8.609 nachgemachte 50-Euro-Noten. Erst mit weitem Abstand (2.584) kamen 100-Euro-Noten.

Kaum eine

Rolle spielt die illegale Prägung von Euro- und Cent- Münzen. Auf 39,95 Milliarden Münzen kamen lediglich 2.339 gefälschte Geldstücke, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Etwa die Hälfte aller entdeckten Falsch-Münzen waren Ein-Euro-Stücke. In den zwölf Ländern der Gemeinschaftswährung seien in den jeweiligen «alten» Währungen wie D-Mark oder Peseta früher etwa zehn Mal mehr gefälschte Münzen entdeckt worden. Brüssel führt die geringe Zahl des falschen Metallgeldes auf das aufwendige Prägeverfahren zurück. In Italien hoben Ermittler aber zwei illegale Werkstätten aus, in denen 70.000 gefälschte Stücke sichergestellt wurden.