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Immobilienmarkt Fusion steht kurz bevor: Vonovia schluckt Deutsche Wohnen

Der Schriftzug des Wohnungsunternehmens «Vonovia» an der Firmenzentrale.
Die Finanzzentrale des Vonovia Immobilienkonzerns in Bochum
© Marcel Kusch / dpa
Mit der Übernahme der Deutschen Wohnen plant Vonovia die Übernahme eines direkten Konkurrenten. Aus der Fusion könnte Europas größter Immobilienkonzern hervorgehen.

Zum dritten Mal versucht sich der größte deutsche Immobilienkonzern an der Übernahme des Branchenzweiten Deutsche Wohnen. In einer Mitteilung vom Montagabend gab Vonovia bekannt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie abzugeben. Dieser Kaufpreis entspräche einer Prämie von 17,9 Prozent auf den Schlusskurs der Deutsche Wohnen vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs. Beide Unternehmen unterzeichneten der Mitteilung zufolge bereits eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss.

Fusion würde Europas größten Wohnimmobilienkonzern schaffen

Durch den Zusammenschluss entsteht den Angaben zufolge Europas größter Wohnimmobilienkonzern mit einer gemeinsamen Marktkapitalisierung von voraussichtlich rund 45 Milliarden Euro. Dabei ist Vonovia trotz eines Kursrutsches von 13 Prozent seit Jahresbeginn fast doppelt so viel wert wie Deutsche Wohnen, die um 3 Prozent zulegen konnten. Die beiden größten deutschen Vermieter bringen es zusammen auf mehr als 500 000 Wohnungen. Der gemeinsame Immobilienportfoliowert wurde auf knapp 90 Milliarden Euro beziffert.

Das künftige Unternehmen soll dann den Namen Vonovia SE führen, wie mitgeteilt wurde. Der Sitz soll in Bochum bleiben, das Unternehmen aber aus Bochum und Berlin geführt werden. Außerdem haben die Parteien vereinbart, dass sie im Zusammenhang mit der Transaktion keine betriebsbedingten Kündigungen zu früher als 1. Januar 2024 aussprechen werden.

Bedingungen für eine Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia

Das geplante Übernahmeangebot stehe unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50 Prozent aller ausstehenden Deutsche-Wohnen-Aktien, der Erteilung der fusionskontrollrechtlichen Freigabe "sowie weiterer üblicher Bedingungen". Beide Konzerne erwarteten, dass die fusionskontrollrechtliche Freigabe vor Ende der Annahmefrist des geplanten Übernahmeangebots erfolge, hieß es. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen begrüßten das geplante Übernahmeangebot und beabsichtigten dieses, vorbehaltlich der Prüfung der finalen Angebotsunterlage, zu unterstützen und den Aktionären die Annahme zu empfehlen.

"Die Leute sind noch hungriger" – Trotz Pandemie floriert der Immobilienmarkt

Der erste Übernahmeversuch war 2016 am Widerstand der Aktionäre von Deutsche Wohnen gescheitert. Der Übernahmekandidat hatte die Offerte als feindlich bezeichnet und als nicht im besten Interesse seiner Anteilseigner. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte Vonovia Kreisen zufolge erneut einen Kauf erwogen. Am Ende der Erwägungen habe der Konzern aber entschieden, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen, berichtete Bloomberg damals.

ldh dpa

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