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Verbraucherzentralen zu Mietnebenkosten: Die meisten Heizkostenabrechnungen sind falsch – zahlen müssen die Mieter

Die Verbraucherzentralen haben Heizkostenabrechnungen kontrolliert. Weniger als ein Drittel der Rechnungen sind korrekt. Die Folge: Viele Mieter werden für teure Messdienste und zu hohe Rechnungen gleich zwei Mal zur Kasse gebeten.

Falsche Heizkostenabrechnungen machen das Wohnen unnötig teuer.

Falsche Heizkostenabrechnungen machen das Wohnen unnötig teuer.

Getty Images

Der Heizkostenmarkt in Deutschland ist kompliziert und teuer. Der exakte Verbrauch soll für jede Wohnung einzeln erfasst werden. Dazu beauftragt der Vermieter ein spezielles Messdienstunternehmen. Eine unfaire Situation, denn der Vermieter bestellt zwar den Dienst - die Kosten sind im aber egal.  Bezahlen müssen das die Mieter.

Vor allem dann, wenn die teuren Dienste nicht zu korrekten Abrechnungen führen. Die Marktwächter Energie der Verbraucherzentralen mehrere Jahre lang, Heizkostenabrechnungen analysiert. Insgesamt waren es über 1000. Das Ergebnis: Korrekte Abrechnungen sind in der Minderheit. 37 Prozent der Abrechnungen waren eindeutig falsch, 32 Prozent zumindest klärungsbedürftig, das berichtet das TV-Magazin "Frontal 21" in dem Beitrag "Die Macht der Ablesedienste".

Typische Fehler der Heizkostenabrechnung

Zu den typischen Fehlern zählen: Fehlerhafte Berechnung des Warmwasseranteils, unzulässige Abrechnung von Heizungsbetriebskosten, keine verbrauchsabhängige Abrechnung, sondern Verteilung der Kosten bis zu 100 Prozent nach der Fläche und fehlerhafte Abrechnung des Gesamtbrennstoffverbrauchs.

"Das ist ein alarmierendes Ergebnis für Verbraucher“, kritisiert Svenja Gesemann, Expertin des Marktwächters Energie. In aller Regel sei davon auszugehen, dass Mieter wegen der falschen Rechnungen zu viel bezahlt haben. Das Ganze ist unverständlich, denn die Vorgaben der Heizkostenverordnung sind eindeutig. Und die professionellen Messdienstunternehmen, die sie erstellen, kennen die Regeln. "Frontal 21" führt auch das Bundeskartellamt an. Das Amt hatte bemängelt, dass Margen und Erlöse "insgesamt verhältnismäßig hoch" seien. Kein Wunder, die Mieter können sich gegen diese Kosten nicht wehren. 

Weniger Heizkosten mit kleinerem Unternehmen

In der Sendung sagte Hausbesitzer Hans Bonnaker, dass er mit einem großen Ableseunternehmen unzufrieden gewesen sei. Darum ist er zu einem kleineren Anbieter gewechselt. Der kostet nur die Hälfte und hatte exakte Ableseeinheiten installiert. Jeder der sechs Mieter hätten durch den Wechsel etwa 60 Euro im Jahr gespart, Geld dass zuvor zu viel berechnet wurde.

Stefan Bentrop vom Mieterbund schätzt das Volumen des Ablesemarktes in Deutschland auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Das ist Geld, das letztlich auf die Miete aufgeschlagen wird.

"Frontal 21" stellt auch die Lösung vor: Eine Gemeinschaft von Eigentümern hat einmalig investiert. Für etwa 500 Euro pro Wohnung wurden genaue Messgeräte eingebaut, die ihre Daten vollautomatisch per Internet übertragen. Weiterer Vorteil: Niemand muss sich den Tag freinehmen, wenn der Ableser kommt. 

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