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Für moderne Nomaden : Dieses Zelt hat drei Geschosse und Platz für eine ganze Familie

Wozu feste Wände? In Mailand wurde ein Wohnturm mit einer Zelthaut aufgebaut. Die High-Tech-Jurte passt sich an die Umgebung an und folgt den Bewohnern in jedes Land der Welt.

Der transparente Bezug verhindert jede Privatsphäre.

Der transparente Bezug verhindert jede Privatsphäre.

Ist das die Lösung für die Wohnungsnot? Gemeinsam mit Mini hat das New Yorker Büro So-Il ein Zelt für städtische Nomaden aufgebaut. Das Besondere daran: Die High-Tech-Jurte erstreckt sich über drei Geschosse. Auf einer relativ kleinen Bodenfläche erhebt sich so eine ausgedehnte Wohnlandschaft von fast 100 Quadratmetern. 

Das ganze Ensemble ist ökologisch ein Vorreiter: Regenwasser wird gesammelt, viele Grünpflanzen verbessern die Luft. Bei der Konstruktion handelt es sich um ein modular aufgebautes Gerüst aus Leichtmetallelementen – sie lassen sich einfach auseinander schrauben, transportieren und an einem anderen Ort wieder aufbauen. Dieser Metallturm ist außen von einer Leinwand aus recycelten Grundstoffen überzogen. Je nach Wunsch und Klimazone sind verschiedene Materialen für den Überzug wählbar. 

Für die Installation im Rahmen der Mailänder Design Woche 2017 wurde eine sehr luftige Haut gewählt. Durch sie verschwimmen die Grenzen von Innenraum und Außenwelt. Mit seinem Aufbau aus verschiedenen Schichten kommuniziert das Haus mit der Sonne und dem Wetter – die Farben der halb-durchsichtigen Außenhaut verändern sich, Schatten und Muster beleben den Innenraum. Das ist optisch sehr reizvoll, lässt aber keine Intimsphäre zu. Ebenfalls aus Rücksicht auf die Messe wurde auf ein WC verzichtet, obwohl ein Bad integriert ist. Vermutlich fürchteten die Macher, dass eine Schlange von WC-Besuchern ihr schönes Nomaden-Zelt während der Messezeit belagern würde. 

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Iilias Papageorgiou von So-Il sagte dem Fachmagazin "Design Boom", dass das Konzept hochgradig anpassungsfähig sei. In Mailand wurde das Zelt in eine schmale Gasse eingepasst. Es würde aber auch gut jenseits der Innenstadt in einer natürlichen Umgebung wirken. Grundidee ist, dass der Mensch sich zurücknehme und einen möglichst kleinen Fußabdruck auf der Erde hinterlassen sollte. "Jede Außenhaut erzeugt ein spezielles Mikroklima, so wie eine Jacke, die man mit den Jahreszeiten wechselt. Man kann ein Gewebe wählen, das stärker isoliert oder einen besseren Schallschutz bietet – das kommt ganz darauf an, wo man die Struktur aufbaut."

Im Inneren gibt es keine abgetrennten Räume, wer aus einem klassischen Haus kommt, muss sich umgewöhnen. "Diese Struktur bewegt sich mit den Bewohnern, man kann es leicht transportieren."

Papageorgiou findet es spannend, wie das Wohnzelt mit der jeweiligen Umgebung kommunizieren kann. In Mailand lehnt es sich an eine Wand an und schafft so mehr Privatsphäre. In der offenen Natur könnte sich das Zelt an Bäume oder einen Felsen schmiegen.

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Der kuschelige Master Bedroom.

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