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Floating Home: Das Haus auf dem Wasser

Was kommt heraus, wenn sich zwei verrückte Architekten den Traum vom Wohnen auf dem Wasser erfüllen? Ein preisgekröntes Modell. Jetzt erlebte der Prototyp des ersten schiwmmenden Hauses seine Taufe - und stern.de war drin.

Von Karin Spitra

In Holland ist es gang und gäbe, und auch in den USA ist es nichts besonderes: das Wohnen auf dem Wasser. Nur in Deutschland gibt es dafür - wie könnte es anders sein - noch keine rechtliche Grundlage. Doch daran wird gearbeitet. Viele Stadtväter dürften auch durch die Aussicht auf Mehreinnahmen durch das Kassieren von Liegegebühren zum Umdenken bewegt werden. Den Kunden kann's nur Recht sein. Denn die Nachfrage nach dem Wohnen auf dem Wasser steigt.

Zwei, die das ab sofort perfekt bedienen können, sind das Hamburger Architektenpaar Karsten Trabitzsch und Martin Förster. Nach langer Tüftelei, teilweise schlaflosen Nächsten und einer ordentlichen Portion unternehmerischen Wagnisses wurde der erste Prototyp ihres "Floating-Home-Modells" auf den Namen Maran getauft. "Damit ist schon ein Traum in Erfüllung gegangen," beschreibt Martin Förster. Als begeisterter Wassersportler war es für ihn nur logisch, irgendwann das maritime Element auch in eine Wohnumgebung umzusetzen.

Die Idee des schwimmenden Heims war dann auch Namensgeber für den Haustyp. Die zweistöckigen Häuser stehen auf 180 Tonnen schweren Stahlbeton-Pontons. Riesige Fenster in allen Räumen lassen sie luftig und elegant wirken. Viel Stahl und Holz sorgen für einen modernen, aber doch wohnlichen Look. Da die Wände keine tragende Funktion haben, kann man sie variabel setzen und sich so - innerhalb eines festen Grundrisses, der durch die Pontongröße gesetzt wird - seine individuellen Raumvorstellungen erfüllen.

Kein billiges Vergnügen

Die Floating Homes gibt es in vier Größen. Das vorgestellte "Musterhaus" gehört mit 225 m² zur größten Kategorie. Den Preis für so viel exklusive Individualität gibt Förster mit "ab 500.000 Euro" an. Doch es geht auch kleiner - und billiger. Die schwimmenden Häuser können auch mit einer Grundfläche von jeweils 160 m²,120 m² und 114 m² geordert werden. Für die kleineste Variante, die immerhin noch 280.000 Euro kostet, gibt es auch schon einige Vorbestellungen.

Doch nicht nur bei der Raumaufteilung könenn sich die zukünftigen Besitzer austoben, auch bei der Innenausstattung ist (fast) nichts unmöglich. Neben einer um das ganze Haus laufenden Terrasse gibt es auch noch ein verstecktes Sonnendeck auf dem Dach des Objektes.

Mögliche Standorte sieht Förster übrigens viele: Seine schwimmenden Häuser könnten auf jedem Kanal, in rückgebauten Industriehafen-Gebieten oder auch auf Binnenseen liegen. Seine Zielgruppe setzt er jedenfalls groß an: "Die rund 16 Millionen Wassersportler - und alle, die das maritime Element lieben."

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