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Zu wenig Passagiere und viel zu teuer: Der BER Hessens: Flughafen Kassel-Calden kostet den Steuerzahler 326 Millionen Euro

Prüfer des Hessischen Rechnungshofes schlagen Alarm: 326 Millionen Euro wird der Regionalflughafen Kassel-Calden den Steuerzahler in den kommenden sechs Jahren kosten - Geld, das in der Region viel sinnvoller hätte eingesetzt werden können.

Wenig Betrieb auf dem Flughafen Kassel Kalden

Wenig Betrieb auf dem Flughafen Kassel Kalden. 326 Millionen Euro wird der Provinz-Airport den Steuerzahler bis 2024 kosten

Er sollte das "Leuchtturmprojekt" für Nordhessen werden. So kündigte der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch den Bau des Regionalflughafen Kassel-Calden seinerzeit an. Doch eine Prüfung des Hessischen Rechnungshofes hat nun ergeben, dass das 2013 eröffnete Großprojekt für den Steuerzahler zum Millionengrab wird und die staatlichen Subventionen in der Region sinnvoller hätten eingesetzt werden können, wie der aktuelle Spiegel berichtet.

Flughafen Kassel-Calden kostet den Steuerzahler 326 Millionen Euro

"Die Kosten sind im Verhältnis zum erwarteten Nutzen nicht angemessen", zitiert das Blatt aus einem vertraulichen Prüfbericht. Darin bezweifeln die Prüfer, dass sich die Investitionen in den Flughafen überhaupt rentieren werden, denn die Passagierzahlen blieben in den vergangenen Jahren weit hinter den Erwartungen zurück. Bis 2014 werde der Flughafen den Steuerzahler 326 Millionen Euro kosten. Schon der Bau des Airport war mit 270 Millionen Euro drei Mal teurer als ursprünglich geplant - alles Steuergelder, denn kein privater Investor wollte in die Finanzierung einsteigen.

Der Flughafen -Calden ist neben dem Flughafen Frankfurt Main der einzige weitere Verkehrsflughafen in Hessen. Jährlich reisen von dort aus rund 55.000 Passagiere (2016) nach Mallorca, Iraklio, Fuerteventura, Teneriffa oder Gran Canaria.

Dauerproblem Provinzflughafen

Doch auch andere Regionalflughäfen haben zu kämpfen. Aus Lübeck, Altenburg und Zweibrücken starten seit Jahren keine Passagierflüge mehr. Die Passagiere fehlen. Und auch andere Provinzflughäfen schreiben rote Zahlen. Das Problem: Die Flugplatzentwicklung ist Ländersache. Anders als beim Bau von Autobahnen oder Bahngleisen gibt es hier keine zentrale Koordinationsstelle. Absprachen zwischen den Ländern finden nicht ausreichend statt und so graben sich die kleinen Verkehrsflughäfen gegenseitig die Kundschaft ab. Der Bund muss finanzielle einspringen. "Wir haben ein völlig unstimmiges Konzept, eine katastrophale wirtschaftliche Lage, dennoch klammert die Politik an den Regional-Flughäfen", definiert BdSt-Präsident Reiner Holznagel drei grundlegende Probleme.


tyr