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Lebenslange Haft durch Immo-Streit: Wenn Mieter und Vermieter zu Axt und Hammer greifen

Streitigkeiten zwischen den Immobilienbesitzern und ihren Mietern sind nicht selten, doch teilweise endet der Zoff in einem gewalttätigen Krieg. Und mit einer lebenslangen Haftstrafe.

Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter beschäftigen immer wieder die Gerichte.

Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter beschäftigen immer wieder die Gerichte.

Dieser Konflikt ist wohl so alt wie die Idee der Immobilienvermietung selbst: Mieter und Vermieter fechten mitunter saftige Streitigkeiten aus. Das kann lächerliche Züge haben, wie der durch Stefan Raab bekannt gewordene Fall um den "Maschendrahtzaun". Oder der Zoff kann in Gewalt münden. Inzwischen vergeht kein Jahr in Deutschland, in dem nicht ein Mieter oder Vermieter der anderen Streitpartei einen Hammer oder sogar eine Axt über den Schädel zieht.

Ursache dieser gewalttätigen Ausbrüche ist meist der übliche Kleinkram, um den sich die Streithälse zoffen: Zu hohe Nebenkostenabrechnungen, unregelmäßige Mietzahlungen oder extra-lange Bauarbeiten am Haus.

Die lange Liste der Verbrechen

Eine kleine Übersicht der Mieter- und Vermieter-Gewalttaten aus den vergangenen Jahren.

Im März 2015 verhängte das Landgericht Duisburg lebenslange Haft gegen einen 44-jährigen Bäcker. Er hatte seinen Vermieter nach erbittertem Streit um offene Wasserrechnungen in dessen Auto erschossen.

Das Landgericht Hamburg verurteilte im Dezember 2014 einen 65-Jährigen Hausbesitzer wegen Totschlags zu acht Jahren Haft. Der unter einer Psychose leidende Mann hatte seinen Mieter mit Hammerschlägen getötet. Vor der Tat hatte es jahrelang Streit gegeben.

April 2013: Nach einer Messerattacke auf die Vermieterin seiner Wohnung und deren Mann muss in Berlin ein 52-Jähriger wegen Mordversuchs acht Jahre hinter Gitter. Ihm drohte die Zwangsräumung.

Genau ein Jahr zuvor hatte das Landgericht Ravensburg einen 40-Jährigen wegen Mordes an seiner Vermieterin zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte die Miete nicht regelmäßig gezahlt. Im Streit verletzte er sein Opfer so schwer, dass es an den Folgen starb.

Und im Mai 2010: Weil er mit einer Axt auf seinen künftigen Vermieter einschlug, verurteilt das Landgericht Stuttgart einen 44-Jährigen zu zehn Jahren Haft. Wegen Umbauarbeiten war der Einzugstermin verschoben worden, der Mann hätte auf der Straße gestanden.

Mediator als Ausweg

Wer sich lieber nicht mit dem Vermieter streiten will, sollte seine Rechte und Pflichten genau kennen. Dazu gehören Schönheitsreparaturen, aber auch der behutsame Umgang mit der Wohnung. Streiten sich die beiden Parteien weiter, kann vielleicht ein Mediator helfen.

kg mit dpa