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Ökogas-Anbieter im Vergleich: Geld sparen mit Biogas

Immer mehr Anbieter von Bio- und Ökogas drängen auf den Markt. Durch einen Versorgerwechsel lässt sich Geld sparen - doch der Nutzen für die Umwelt ist umstritten.

Von Tanja Vedder

Nicht nur beim Strom gibt es Öko-Tarife, auch wer mit Erdgas heizt und kocht hat eine ökologische Alternative. Noch ist der deutsche Bio- und Ökogas-Markt sehr übersichtlich. Das meiste, was in den rund 6000 Biogasanlagen in der Bundesrepublik produziert wird, wandert letztendlich in die Verstromung. Doch Biogas ist auf dem Vormarsch, die Zahl der Anbieter steigt kontinuierlich: Im Schnitt können Verbraucher bereits aus den Biogas- oder Klimatarifen von 20 verschiedenen Anbietern wählen. Vor einem Jahr waren es erst zehn. Das Vergleichsportal Toptarif.de hat den Markt in 100 bundesdeutschen Städten unter die Lupe genommen.

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Für den Verbraucher zahlt sich der zunehmende Wettbewerb klar aus. Wer derzeit noch bei einem Erdgas-Grundversorger unter Vertrag ist, kommt durch einen Wechsel in einen Biogastarif in 75 der getesteten 100 Städte günstiger weg. Laut den Berechnungen zahlt beispielsweise ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) im günstigsten konventionellen Gastarif seines lokalen Grundversorgers im Schnitt 1270 Euro. Für den günstigsten Biogastarif müsste die Familie dagegen 1198 Euro zahlen. Ersparnis: 72 Euro. Wer sogar noch in einem teuren Tarif eines Grundversorgers steckt, zahlt mit Biogas sogar bis zu 226 Euro weniger.

>>> Hier können Sie den Preisvergleich für 100 Städte herunterladen

Diese Tarifvielfalt ist allerdings nicht überall gegeben. Tatsächlich gibt es ein Süd-Nord-Gefälle beim Bio- und Ökogas. Dies hänge mit der Struktur des Energiemarktes zusammen, sagt Daniel Dodt von Toptarif.de: Vor allem in den südlicheren Bundesländern gibt es noch viele kleinere Stadtwerke, die mit den neuen Ökotarifen in ihrer eigenen und in den benachbarten Regionen Kunden werben. Die größte Auswahl hat der Kunde aktuell in Baden-Württemberg, dort bieten 30 Versorger entsprechende Produkte an.

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Biogas in der Kritik

Was Verbraucher sich unbedingt klarmachen sollten: Ökogas ist nicht gleich Biogas. Die Konzerne bieten höchst unterschiedliche Tarife an. Bei den meisten Angeboten wird dem herkömmlichem Erdgas das klimaneutrale Biogas nur beigemischt - aus Preisgründen häufig nur fünf oder zehn Prozent. Es gibt aber auch höhere Konzentrationen.

Daneben werden als Ökogas auch Klimatarife vermarktet. Dabei gleicht der Anbieter die anfallende Kohlendioxid-Emission (CO2) durch Investionen in Projekte zur CO2-Reduzierung aus - ermöglicht wird das durch moderate Preisaufschläge im jeweiligen Tarif.

Allerdings ist auch das Biogas selbst nicht ganz unumstritten. Gerade Umweltverbände sehen die Entwicklung kritisch. "Biogas macht nur in kleinem Maßstab Sinn, nämlich dann, wenn es wirklich aus nachhaltigen Reststoffen stammt", sagt Martin Hoftstetter, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Hamburg. Je mehr Kunden aber zu Biogas wechselten, desto mehr könnte sich diese Technologie negativ auf die Umwelt auswirken.

Biogas führt zu Preissteigerung bei Lebensmitteln

Denn schon jetzt setzen viele Bauern, die eine Biogasanlage betreiben, nicht mehr allein ihren Abfall aus der Landwirtschaft ein. Stattdessen werde eine intensive Ackerkultur mit Mais betrieben, um die Anlagen zu befüllen. "Inzwischen kommt 80 Prozent Mais in die Anlagen", sagt Hofstetter. Beim Anbau von Mais würden aber deutlich mehr klimaschädliche Gase wie Lachgas, CO2 und Methan erzeugt als bei der Verwendung von Gülle.

Außerdem werde der Boden einseitig ausgebeutet – und gleichzeitig ein weltweites Nahrungsmittelproblem geschaffen, kritisiert Hofstetter. Denn einerseits fehle die für den Mais eingesetzte Ackerfläche am Ende für andere Lebensmittel. Andererseits verschärfe sich mit der starken Nachfrage nach Energiepflanzen in der Dritten Welt die Preissteigerung für Nahrungsmittel und der Kampf um bestellbares Land.

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