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Verfassungsschutz: Warnung vor Immobilien-Tricks von Neonazis

Verfassungsschützer glauben, dass das wachsende Interesse der Rechtsradikalen an Immobilienkäufen ein Trick zur Geldbeschaffung ist. Jüngstes Beispiel: Die Ankündigung der NPD, ein früheres Hotel in Delmenhorst zu kaufen.

Häufig werde das Interesse an den Gebäuden nur vorgespielt, um öffentliche Proteste zu provozieren und die Kommunen damit unter Druck zu setzen, das Objekt über ihr Vorkaufsrecht zu überhöhten Preisen selbst zu kaufen, heißt es in dem Bericht eines Nachrichtenmagazins unter Berufung auf Verfassungsschutzkreise.

Hausbesitzer und Neonazis arbeiteten dabei oft Hand in Hand. Als Beleg führt der Bericht eine Internet-Seite des NPD-Kreisverbandes Jena an. Dort sei kürzlich als "Service" für Immobilienbesitzer angeboten wurde: "Gegen Zahlung einer Parteispende" werde die Partei öffentlich erklären, die Immobilie erwerben zu wollen. Dadurch habe der Besitzer beste Chancen, die Immobilie "zu Höchstpreisen" an die Stadt zu verkaufen, argumentiere die NPD.

NPD "beim Immobilien-Poker" schwer zu besiegen

Derzeit sorgen NPD-Funktionäre mit der Ankündigung für Wirbel, ein früheres Hotel im niedersächsischen Delmenhorst und eine ehemalige Gaststätte im pfälzischen Weinort Kirchheim kaufen zu wollen, um dort Schulungen und Seminare für Parteikader stattfinden zu lassen. In Delmenhorst wollen die Stadtverwaltung und Spender aus der Bürgerschaft das Gebäude für einen Millionenbetrag selbst kaufen.

Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer warnte, die NPD sei "beim Immobilien-Monopoly" nicht zu besiegen. "Die rechten Geldquellen sprudeln und im Endeffekt lachen sich die NPD und ihre Helfershelfer ins Fäustchen, weil sie praktisch für jedes Objekt ihr Kaufinteresse anmelden können." In Delmenhorst sei man sich der Zwickmühle wohl bewusst, heißt es dort. Dennoch setzen die Stadtväter auf einen Kauf des Hotels. Denn sonst drohe ein "immenser Imageschaden".

DPA

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