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Wohnvorlieben der Deutschen: Am liebsten auf dem Land - aber bitte mit Supermarkt

Lieber in der Stadt oder auf dem Land? Zur Miete oder im Eigenheim? Und wo kann man sich ein Häuschen am ehesten leisten? Eine Studie hat ermittelt, wie die Deutschen wohnen wollen.

Von Daniel Bakir

Vor allem Familien mit Kindern zieht es aufs Land

Vor allem Familien mit Kindern zieht es aufs Land

Man könnte meinen, dass das Leben in der Großstadt bei vielen Menschen hoch im Kurs steht. Schließlich steigen Mieten und Immobilienpreise wegen der hohen Nachfrage in den Zentren seit Jahren, während auf der anderen Seite manche ländliche Gegenden nahezu entvölkern. Tatsächlich ist die Landliebe aber offenbar deutlich größer. In einer aktuellen Studie zu den Wohnvorlieben der Deutschen gaben 29 Prozent der Befragten an, dass sie am liebsten auf dem Land leben würden. 25 Prozent bevorzugen eine Kleinstadt, 24 Prozent eine mittelgroße Stadt und nur 19 Prozent fühlen sich in der Großstadt am besten aufgehoben.

Unter Eltern ist die Tendenz zum Dorf sogar noch deutlich stärker ausgeprägt: 39 Prozent leben mit ihren Kindern am liebsten auf dem Land, nur 11 Prozent in der Großstadt. Richtig beliebt ist die City lediglich bei jungen Erwacvhsenen bis 30 Jahre. Die Zahlen sind Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1851 Personen im Auftrag des Verbands der Sparda-Banken.

Stadt oder Land? Wo die Deutschen lieber leben

Stadt oder Land? Vorlieben nach Alter

Doch so gerne die Leute auch auf dem Land leben, der nächste Supermarkt sollte lieber nicht zu weit entfernt sein. Denn gute Einkaufsmöglichkeiten stehen in der Prioritätenliste für den Wohnort ganz oben: 83 Prozent der Befragten ist das besonders wichtig. Am zweitwichtigsten ist eine gute Anbindung an den Nahverkehr (70 Prozent), gefolgt von guten Schulen (62 Prozent) und der Anbindung ans Straßennetz (60 Prozent).

Etwas überraschend: Gerade mal 57 Prozent gaben an, dass es in der Region viele Arbeitsplätze geben solle. Jobs stehen demnach nicht viel höher im Kurs als Kneipen (45 Prozent) und Schwimmbäder (42 Prozent).

Etwa die Hälfte der Befragten wohnt derzeit zur Miete, jeder fünfte plant aber, Eigentum zu erwerben. Mit gutem Grund: Von den Immobilienbesitzern sind 95 Prozent mit ihrer derzeitigen Wohnsituation zufrieden, von den Mietern nur 74 Prozent. Bleibt die Frage: Kann man sich ein Eigenheim leisten? Auf dem Land sind die Preise deutlich niedriger, andererseits sind in den Städten die Durchschnittsgehälter höher.

Die Autoren der Studie haben daher die Preise für Einfamilienhäuser in einer Region ins Verhältnis zum jeweiligen Durchschnittseinkommen gesetzt. Das Ergebnis: In den Großstädten ist es besonders schwer, sich Eigentum zu leisten. In München muss man fast neuneinhalb Nettojahreseinkommen investieren, um sich ein Häuschen leisten zu können. In Frankfurt und Stuttgart sind es fast acht, in Berlin deutlich mehr als sieben. Von den zehn größten Städten liegt nur Bremen unter dem bundesweiten Schnitt (für alle Kreise und kreisfreien Städte) von rund fünf Jahresgehältern.

So viele Jahreseinkommen (netto) kostet ein Einfamilienhaus in...

Wer sich für eine Immobilie entscheidet, achtet heutzutage vor allem auf eine gute Dämmung und einen niedrigen Energieverbrauch. 61 Prozent der Befragten ist das besonders wichtig. Ebenfalls entscheidend: Ausreichende Größe, gute Raumaufteilung und ein Balkon oder eine Terrasse.

Das Thema altersgerechtes Wohnen wird der Studie zufolge dagegen von vielen unterschätzt. Nur 23 Prozent achten beim Kauf einer Immobilie auf dieses Kriterium. Obwohl viele Befragte angaben, im Alter in der eigenen Wohnung leben zu wollen, wohnen selbst bei den über 50-Jährigen 70 Prozent der Befragten noch nicht altersgerecht.

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