Fehlzeiten Grippewelle treibt Krankenstand nach oben


Arbeitnehmer lassen sich immer weniger krankschreiben. Nun ist der Krankenstand erstmals wieder angestiegen, doch von einer Trendwende kann keine Rede sein.

Die Grippewelle des Frühjahrs hat den Krankenstand in deutschen Betrieben im ersten Halbjahr merklich ansteigen lassen. Die Beschäftigten fehlten aus Krankheitsgründen durchschnittlich 3,57 Prozent der Sollarbeitszeit, wie das Bundesgesundheitsministerium jetzt mitteilte. Im gesamten Jahr 2004 waren es 3,37 Prozent und damit so wenig wie noch nie seit Einführung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 1970.

Eine Trendwende ist der Anstieg nach Angaben des Ministeriums nicht: "Der geringfügige Anstieg im ersten Halbjahr geht vor allem auf erkältungsbedingte Fehlzeiten in den Monaten Februar und März zurück. In den Monaten Januar, April und Mai lagen die Fehlzeiten unter den Vorjahreswerten", sagte Ministeriumssprecherin Dagmar Reitenbach. Der Krankenstand des ersten Halbjahres 2005 sei immer noch der zweitniedrigste je gemessene. Im gesamten Jahr 2003 hatte er mit 3,61 Prozent erstmals unter der Vier-Prozent-Marke gelegen.

Zwischen West- und Ostdeutschland gibt es den Angaben zufolge nur ganz leichte Unterschiede mit einem Krankenstand von 3,55 Prozent im Westen und 3,63 im Osten. Männer melden sich danach in den einzelnen Monaten etwas häufiger krank als Frauen. So lag die Quote im besonders Grippe geplagten Monat März bei 5,06 Prozent bei den Männern und 4,92 Prozent bei den Frauen. Die Sprecherin bestätigte damit weitgehend einen Bericht der "Welt".

Das Bundesgesundheitsministerium misst den Krankenstand mit einer Stichtagserhebung aller gesetzlich Versicherten am jeweiligen 1. eines Monats. Der BKK-Bundesverband, der zuletzt vor zwei Wochen eine Statistik zu Krankenstand 2004 veröffentlicht hatte, bezieht sich dagegen bei der Erhebung allein auf seine Mitglieder. Die Zahlen sind aber häufig sehr ähnlich. Der BKK ermittelte für 2004 mit 3,6 Prozent ebenfalls einen Tiefstwert seit Beginn der Statistik 1976.

AP AP

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