Airbus-Krise Fed-Ex storniert A380-Bestellung


Als erster Airbus A380-Kunde hat Fed-Ex seine Bestellung gekündigt. Stattdessen will der Logistikkonzern nun Boeing-Maschinen kaufen. Airbus bedauert die Entscheidung, zeigt aber auch Verständnis.

Als erster A380-Kunde hat der US-Logistikkonzern Fed-Ex seine komplette Bestellung von zehn Großraum-Maschinen zu Gunsten des US-Flugzeugbauers Boeing abbestellt. Grund dafür seien die Lieferverzögerungen beim A380, teilte Fed-Ex mit. Airbus sei über die Abbestellung der Fracht-Maschinen bereits informiert worden, Als Ersatz seien 15 Boeing 777 bestellt und eine Option über weitere 15 vereinbart worden. "Der weltweite Bedarf nach Frachtlieferungen wächst und wir benötigen die geeigneten Flugzeuge, um diesen Bedarf zu bedienen", sagte Maury Lane, Sprecher von Fed-Ex.

Airbus bedauerte den Schritt, äußerte aber Verständnis für den Wunsch des US-Logistikkonzerns nach Planungssicherheit. An der Frachtversion der A380 wolle Airbus festhalten, sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir gehen weiter davon aus, dass das A380 Fracht-Programm von Anfang an ein Erfolg sein wird, auch wenn wir die Nachfrage nicht besonders hoch eingeschätzt haben." Für die Frachtversion hat Airbus nunmehr nur noch zwei Kunden - UPS und die Leasinggesellschaft ILFC, die insgesamt 15 A380 bestellt haben.

Wegen Problemen beim Einbau der umfangreichen Elektronik des neuen Super-Airbus A380 hat sich das Programm inzwischen über zwei Jahre verzögert. Die Probleme bei Airbus stürzten auch die Muttergesellschaft des europäischen Flugzeugbauers EADS in eine Krise. Insgesamt belasten die Lieferverzögerungen EADS bis 2010 mit 4,8 Milliarden Euro. Die Verluste sollen im Rahmen des Sparprogramms "Power 8" mit Kostenreduzierungen kompensiert werden. Zur Disposition stehen auch ein Personalabbau und Standortschließungen.

Wegen der Lieferverzögerungen überprüfen mehrere Fluggesellschaften derzeit ihre Bestellungen und erwägen auch Stornierungen. In die Tat umgesetzt hat dies bislang aber noch keiner. Zuletzt konnte Airbus sogar einen kleinen Erfolg für sich verbuchen: Die australische Fluggesellschaft Qantas stockte trotz der verspäteten Auslieferungen ihre Bestellung für das 300 Millionen Euro teure Flugzeug um acht Maschinen auf insgesamt 20 auf.

Reuters Reuters

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