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Serverprobleme und Streiks: Ausgerechnet zum Prime Day: Technik-Panne ärgert Amazon

Zum Start des großen "Prime Day"-Schnäppchentags kämpfte Amazon weltweit mit technischen Problemen. Dazu kommen Streiks in Deutschland und anderen Ländern. Die Kasse klingelt trotzdem ordentlich.

Amazon Prime Day

Am Prime Day verkauft Amazon mehr Waren als an jedem anderen Tag

Picture Alliance

Der Amazon Prime Day soll in diesem Jahr alle Rekorde brechen. Um noch mehr Waren unters Volk zu bringen, hat Amazon den Zeitraum für Sonderangebote extra auf 36 Stunden ausgedehnt. Doch zum Start der Schnäppchenorgie am Montag schauten viele Kunden in die Röhre. Statt eine Auswahl reduzierter Artikel erhielten sie beim Aufrufen der Website eine Fehlermeldung. Offenbar hielten die Server dem Ansturm nicht stand.

Das ist einerseits ein Zeichen dafür, wie groß der Run auf die Angebote ist. Andererseits ist es natürlich auch peinlich, weil der Ansturm ja erwartet worden war und Amazon so Umsatz durch die Lappen geht. 

Betroffen war unter anderem die US-Hauptseite Amazon.com, aber auch die deutsche Homepage sowie die Amazon-App. "Einige Kunden haben Schwierigkeiten beim Shopping und wir arbeiten daran, das Problem schnell zu lösen", schrieb Amazon auf Twitter. Laut Bloomberg betrafen die technischen Probleme nicht nur das Onlineshopping. Auch der Streamingdienst Prime-Video lief bei vielen Nutzern nicht störungsfrei, bei anderen hatte der Sprachassistent Alexa keine Verbindung zum Internet.

Amazon Prime Day für Streikaktionen genutzt

Neben den technischen Pannen sorgen in Deutschland, Spanien und Polen auch Streiks für Ärger. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat - wie schon in den vergangenen Jahren - den Prime Day gezielt für Streikaktionen ausgesucht. An Standorten in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz sollen Mitarbeiter am Dienstag die Arbeit niederlegen. Seit 2013 schwelt der Konflikt mit Amazon über einen Tarifvertrag. Bislang hatten die Streiks aber kaum spürbare Auswirkungen auf die Abläufe bei Amazon, weil der Großteil der Beschäftigten sich nicht beteiligt.

Trotz aller Störgeräusche klingelt bei Amazon auch beim Prime Day 2018 ordentlich die Kasse. In den ersten Stunden des Prime Days wurden in den USA bereits mehr Waren verkauft als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, teilte Amazon via Twitter mit. Laut der E-Commerce-Softwarefirma Feedvisor hätten die Käufer in den ersten drei Stunden sogar 54 Prozent mehr ausgegeben als in den ersten drei Stunden vor einem Jahr, berichtet Bloomberg. Ohne die technischen Probleme wäre es sogar noch mehr gewesen. 

Amazon wird ein bisschen zur Bank
bak
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