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Arbeitskampf der Lokführer Hundt wirft GDL Missbrauch des Streikrechts vor


Der bisher längste Streik der Lokführer läuft - und die Kritik wächst. Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt greift die GDL an. Die Spartengewerkschaft missbrauche das Streikrecht, um Interessen der Organisation durchzusetzen.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, hat die Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert. Der "Bild"-Zeitung sagte Hundt: "Die GDL missbraucht als Minderheitsgewerkschaft das Streikrecht für die Sonderinteressen einer kleinen Gruppe. Damit legt sie den gesamten Betrieb lahm und schädigt Bahnkunden und Wirtschaft." Das sei angesichts des bestehenden Tarifvertrags für alle Arbeitnehmer erpresserisch und unverantwortlich.

Hundt warnte weiter: "Ohne Tarifeinheit droht unsere Tarifautonomie kaputt zu gehen. Laufend entstehen neue Spartengewerkschaften. Sie wollen aber ihr Erpressungspotenzial gegen die Betriebe einsetzen, um mehr für sich rauszuholen."

Der BDA-Präsident betonte, dass er keinen Machtverlust der Arbeitgeber fürchtet: "Ich will nur nicht, dass Minderheiten aus egoistischem Interesse ohne Rücksicht auf geltende Mehrheitstarifverträge den Betrieb lahmlegen. In Deutschland galt 60 Jahre lang die Tarifeinheit. Das hat sich bestens bewährt."

Die GDL hatte am Montagnachmittag im Tarifstreit mit den privaten Bahnunternehmen den bislang längsten, 60-stündigen Streik begonnen. Auch am Dienstag kam es dabei zu Behinderungen. Bundesweit kam es zu Verspätungen, Zugausfällen und Ersatzverkehr. Die Einschränkungen hielten sich aber am Morgen nach Angaben einzelner Anbieter sowie der GDL zunächst in Grenzen.

Mit dem jüngsten Streik will die Gewerkschaft bei allen Bahnanbietern im Nah-, Fern- und Regionalverkehr einen Rahmentarifvertrag durchsetzen. Vom aktuellen Ausstand sind derzeit erneut die großen fünf DB-Konkurrenten Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und Hessische Landesbahn sowie deren Töchter betroffen. Ausgenommen ist der Wettbewerber Keolis (Eurobahn), der sich jüngst verhandlungsbereit gezeigt hatte. Mit der Deutschen Bahn hatte die Gewerkschaft am Freitag eine Tarifeinigung erzielt.

dho/DPA DPA

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