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Arbeitskampf der Lokführer Alle Infos zum 60-Stunden-Streik

Erneute Geduldsprobe für Bahnfahrer: Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem weiteren Streik bei den privaten Wettbewerbern der Deutschen Bahn aufgerufen. Was Pendler jetzt wissen müssen.

Bei den großen regionalen Bahn-Konkurrenten war erst am Samstagmorgen ein 48-Stunden-Streik beendet worden, der bundesweit zu Verzögerungen und Zugausfällen geführt hatte. Insgesamt wurden die Unternehmen nach GDL-Angaben bereits 119 Stunden lang bestreikt.

Jetzt drohen 60 Stunden Streik: Für Pendler und Reisende wird dies bis Donnerstag wieder einmal bedeuten: Verspätungen, lange Wartezeiten und Chaos auf der Schiene. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Informationen zur bevorstehenden siebten Streikwelle seit Mitte Februar.

Wann genau wird gestreikt?

Ab Montag um 14 Uhr beginnt ein 60-stündiger Streik der Lokführer. Der Ausstand wird nach GDL-Angaben noch bis 2 Uhr morgens in der Nacht zum Donnerstag andauern - der längste bisher.

Welche Privatbahnen streiken?

Von dem neuen Streik betroffen sind laut GDL regionale Schienenverkehrsunternehmen. Das sind die sogenannten Großen Fünf (G5) und ihre Töchter: Abellio, Netinera (bisher: Arriva Deutschland), Benex, Veolia und die Hessische Landesbahn. Betroffen im Norden sind auch wieder unter anderem die AKN, der Metronom und die Nord-Ostsee-Bahn (NOB).

Welche Privatbahnen werden nicht bestreikt?

Mit Keolis (Eurobahn) verhandelt die GDL. Daher wird das Streckennetz des Unternehmens nicht bestreikt.

Gibt es auch bei der Deutschen Bahn Einschränkungen?

Nein, Streiks im Fern- und Regionalverkehr des Marktführers sind vom Tisch. Denn am Freitag hatte die GDL für die rund 20.000 Lokführer der bundeseigenen Deutschen Bahn eine Tarifeinigung mit der DB erzielt. Diese sieht neben einem Einkommensplus von zwei Prozent auch einen Kündigungsschutz und Verbesserungen bei einigen Zulagen vor.

Wo kann ich mich informieren, ob mein Zug fährt?

Informationen über Verspätungen und Ausfälle werden über die Webseiten der Privatbahnen kommuniziert. Im Norden sind das der Metronom und Nordostsee-Bahn (NOB). Weitere Privatbahnen sind über ihre Webseiten zu erreichen: Abellio, Arriva, Benex und Veolia.

Gibt es bei Verspätungen durch den Streik Geld zurück?

Nein, hier berufen sich die Bahngesellschaften auf höhere Gewalt. Entschädigungen, die sonst gestaffelt bei Verspätungen ab einer oder zwei Stunden fällig sind, gibt es bei Streiks nicht. Die Bahnen zeigten sich jedoch in der Vergangenheit kulant und Fahrkarten wurden kostenlos erstattet.

Droht mir Ärger mit dem Chef, wenn ich zu spät zur Arbeit komme?

Zwar haben viele Arbeitgeber Verständnis, wenn Mitarbeiter wegen Streiks zu spät kommen. Dennoch könnten sie verlangen, dass die Arbeitszeit nachgeholt wird. Ein Abmahnungs- oder Kündigungsgrund ist das Zuspätkommen nicht.

Worum geht es im Tarifkonflikt?

Die GDL verlangt neben Einkommensverbesserungen vor allem einen bundesweiten Branchentarif, der einheitliche Tarifstandards für alle Lokführer vorschreibt. 20.000 der 26.000 Lokführer in Deutschland arbeiten bei der DB. Der Rest fährt für die DB-Konkurrenz, vor allem bei den G5 und Keolis.

tib mit DPA/AFP AFP

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