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Lokführer-Streik: 47 Stunden sind nicht genug

Für 47 Stunden bestreikt die Lokführergewerkschaft GDL seit heute Nacht die privaten Regionalbahnen. Und drohte gleich mit weiteren Streiks, sollten die Unternehmen nicht über einen Rahmentarifvertrag verhandeln. Die GDL will damit eine einheitliche Bezahlung für die 26.000 Lokführer in Deutschland durchsetzen.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat nach Beginn ihres 47-Stunden-Streiks bei den privaten Konkurrenten der Deutschen Bahn gedroht, den Arbeitskampf fortzusetzen. Sollten die Arbeitgeber nicht mit Angeboten reagieren, "werden wir weitere Arbeitskämpfe durchführen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag in Halberstadt (Sachsen-Anhalt).

"Die Gesprächsbereitschaft, die zurzeit signalisiert wird, ist etwas schlitzohrig. Man bietet uns immer Verhandlungen über Haustarife an. Wir sagen aber klar, wir wollen in diesem Haustarif den Rahmentarif verankern", sagte Weselsky.

In der Nacht hatte der Streik bei 21 regionalen Bahnanbietern begonnen. Voraussetzung für ein ende des Arbeitskampfes seien Verhandlungen über einen Rahmentarifvertrag, der eine einheitliche Bezahlung für die 26 000 Lokführer in Deutschland bringen soll. "Diese Vorbedingung wird von den Arbeitgebern noch nicht erfüllt. Deshalb streiken unsere Kollegen weiter", sagte Weselsky.

Er betonte, die Keolis Deutschland GmbH habe am Mittwochabend "bedingungslos" Verhandlungen angeboten. "Sie haben gesagt, dass sie bereit sind, den Haustarif- mit dem Rahmentarifvertrag zu verknüpfen. Hier gehe ich davon aus, dass wir uns einigen werden." Deshalb werde das Unternehmen entgegen ursprünglicher Planung nicht bestreikt.

Der GDL-Chef informierte sich in Halberstadt über den Streik beim Harz-Elbe-Express (HEX), den die Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH betreibt. 60 bis 70 Prozent der Züge, die hauptsächlich aus Magdeburg und Halle in Richtung Harz und im Harzvorland unterwegs sind, seien aber trotz des Streiks gefahren, sagte HEX-Geschäftsführer Andreas Putzer. Ein Streiktag koste das Unternehmen rund 50 000 Euro, das Geld falle vor allem für die Bereitstellung von Bussen an. Leiharbeiter und Mitarbeiter aus der seien Verwaltung als Ersatz für streikende Lokführer im einsatz.

cjf/AFP/DPA / DPA