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Atommüll Für die Atom-Endlagerung fehlen 30 Milliarden Euro


Es ist beschlossene Sache, doch die Mittel fehlen: Um endgültig aus der Atomenergie auszusteigen fehlen den Stromkonzernen 30 Milliarden Euro – doch die Unternehmen sehen den Staat in der Mitverantwortung. 

Für den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie fehlen den vier großen Energie-Konzernen insgesamt 30 Milliarden Euro, berichtet die Tageszeitung "Rheinische Post". Zu dem Ergebnis kommt ein Stresstest, der im Auftrag der Bundesregierung erstellt wurde. Mit den bisher für den Ausstieg zurückgestellten 39 Milliarden Euro können die vier großen Atomkonzerne ihre Reaktoren zwar zurück bauen. Doch um ein Endlager für den Atommüll zu finden und schließlich auch zu bauen fehlen insgesamt weitere 30 Milliarden Euro. 

Dieses Defizit teilen sich die vier großen Energiekonzerne. Markführer Eon zum Beispiel hat derzeit 16,4 Milliarden Euro für den Ausstieg aus der Atomenergie zurückgelegt, laut Stresstest werden aber weitere neun bis zwölf Milliarden Euro benötigt. Aber auch die Konkurrenz hat nicht genug auf der hohen Kante: Bei RWE fehlen bis zu zehn Milliarden Euro, auch bei EnBW und Vattenfall ist der Ausstieg bisher unterfinanziert.

Öffentlicher Fonds für Atomausstieg

Grund für diese frappierende Lücke ist laut Gutachten, dass die Atomkonzerne mit viel zu hohen Zinssätzen gerechnet haben. Teilweise gehen sie davon aus, dass sich ihre bisherigen Rückstellungen mit 4,7 Prozent verzinsen lassen. Tatsächlich gehen die Prüfer nach Abzug der Inflationsrate etc. von einem negativen Realzins aus. Heißt: der Zins am Markt liegt unterhalb der Inflationsrate. Das Geld auf dem Konto wird mehr, doch die Kaufkraft des Geldes sinkt. Den Stresstest führte ein Düsseldorfer Wirtschaftsprüfer im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums durch. 

Viele Politiker, besonders Grüne und SPD-Umweltpolitiker, machen sich seit langem dafür stark die bisherigen Rückstellungen der Atomkonzerne in einen staatlichen Fonds zu überführen. So könnte die Regierung sich gegen eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit der Stromkonzerne schützen. Die Branche, so berichtet die "Rheinische Post", plädiert für eine Atom-Stiftung, bei der der Staat mithaftet.

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