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Ausstiegsklausel: Daimler gibt Jobgarantie nur unter Vorbehalt

Zuerst die gute Nachricht: Vorstand und Betriebsrat des Autobauers Daimler haben sich darauf geeinigt, bis Ende 2019 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Nun die schlechte: Es gibt eine Ausstiegsklausel.

Die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung für die 37.000 Daimler-Mitarbeiter am Standort Sindelfingen kann bei einem erneuten Konjunktureinbruch gekippt werden. "Es gibt eine Ausstiegsklausel, die sich an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen orientiert", sagte Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth am Donnerstag in Sindelfingen.

Der Beschäftigungspakt kam zu Stande, nachdem Tausende Daimler-Mitarbeiter in Sindelfingen tagelang immer wieder die Arbeit niederlegten, um gegen die Produktionsverlagerung der C-Klasse von Sindelfingen nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa zu protestieren. Sie befürchten, dass mit der Entscheidung viele Arbeitsplätze im Stammwerk verloren gehen.

Abfindungen und Frühpensionierungen teil der Lösung

Um den Mitarbeitern diese Angst zu nehmen, einigten sich Vorstand und Betriebsrat des Autobauers nun auf ein Zukunftskonzept für den größten Pkw-Standort im Konzern. Mit der am Donnerstag vorgestellten Vereinbarung "Sindelfingen 2020" soll auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2019 Verzichtet werden. Rund 2700 Arbeitsplätze sollen durch neue Tätigkeiten wie die interne Fertigung von Sitzen für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge geschaffen werden, um die Produktionsverlagerung der kleinen Mercedes-Benz-Limousine nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa auszugleichen.

Zusätzliche Jobs sollen durch einen verstärkten Einbau von Hybridantrieben und den Aufbau von Erprobungsfahrzeugen entstehen. Der Standort Sindelfingen wird außerdem zum Kompetenzzentrum für Leichtbau-Karosserieteile aufgebaut. Andererseits will der Stuttgarter Premiumhersteller über Abfindungsregelungen und bessere Bedingungen für Frühpensionierungen seinen Personalbestand in Sindelfingen insgesamt senken.

DPA/Reuters / DPA / Reuters