Autokrise BMW dämmt Verluste ein


BMW fährt zum Jahresauftakt in den roten Zahlen. Doch das Sparprogramm des Konzerns scheint zu greifen: Analysten hatten die Verluste des bayerischen Autoherstellers mehr als doppelt so hoch geschätzt.

Die weltweite Autokrise hat den Oberklasse-Hersteller BMW zum Jahresauftakt weniger tief in die roten Zahlen gerissen als befürchtet. BMW-Chef Norbert Reithofer sagte am Mittwoch, die drastischen Kosteneinsparungen und Produktionskürzungen hätten sich ausgezahlt. Die Krise sei aber noch lange nicht ausgestanden. Mit einer Erholung der Automärkte sei erst 2010 zu rechnen. "Für eine Entwarnung ist es noch viel zu früh."

Der Verlust nach Steuern belief sich im Startquartal 2009 auf 152 Millionen Euro, wie der Konzern in München mitteilte. Vor Jahresfrist stand noch ein Überschuss von 487 Millionen Euro in den Büchern. Analysten hatten mit einem mehr als doppelt so hohen Nettoverlust gerechnet.

2009 sei ein Übergangsjahr, sagte der Konzernchef, wollte aber auch diesmal keine Prognose abgeben. Die Frage, ob der einst erfolgsgewohnte Münchner Konzern nach zwei Quartalen mit roten Zahlen im laufenden Vierteljahr wieder einen Gewinn schreiben könnte, ließ er offen. "Wir sehen derzeit noch keine Marktentspannung." Konkurrent Daimler, der vergangene Woche einen Quartalsverlust von 1,3 Milliarden Euro vermeldet hat, sieht dagegen im Pkw-Geschäft die Talsohle erreicht.

Reithofer legt sich bis dato nur auf eines fest: Der weltweite Absatz wird 2009 unter den 1,4 Millionen Autos vom Jahr zuvor liegen. Nach einem Absatzeinbruch von 21 Prozent im ersten Quartal sei die Zahl der verkauften Fahrzeuge der Marken BMW und Mini auch im April gesunken. BMW leidet stark unter der Flaute im weltgrößten Automarkt USA, wo die Münchner zuletzt gut 300.000 Fahrzeuge verkauften. Im ersten Quartal habe der Konzern dort seinen Marktanteil vergrößert, sagte der Vorstandschef. Der Gebrauchtwagenmarkt sei etwas stabiler.

Reithofer sagte, der Konzern habe im Zuge des vor anderthalb Jahren eingeleiteten Effizienzprogramms seine Kosten im ersten Quartal weiter gesenkt. Die Lagerbestände seien reduziert worden und man habe weniger Fahrzeuge produziert als ausgeliefert. "Wir kämpfen um jeden Kunden und um jeden Cent", betonte der Vorstandschef. Allein bei den Materialkosten will BMW bis 2012 deutlich mehr als vier Milliarden Euro sparen.

Der Personalabbau sorgt laut Reithofer für Kostenvorteile von rund 500 Millionen Euro. Der Konzern hatte bereits vor der Krise eine Sparrunde eingeläutet - damals auf der Jagd nach höheren Renditen. 2008 baute BMW mehr als 10.000 Stellen ab. Zum Ende des ersten Quartals sank die Zahl der Mitarbeiter auf gut 99.000. Die Zahl der Leiharbeiter werde weiter reduziert und frei werdende Stellen würden nach Möglichkeit nicht nachbesetzt. Zudem bietet BMW Abfindungen an.

Reuters Reuters

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