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Autokrise: Porsche führt Kurzarbeit ein

Der Zuffenhausener Motor stottert: Erstmals seit Beginn der Krise schickt Porsche rund 2500 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Sportwagenschmiede fast ein Drittel weniger Fahrzeuge verkauft, auch im neuen Geschäftsjahr wird es angeblich nicht viel besser.

Porsche reagiert erstmals mit Kurzarbeit auf seine anhaltende Absatzkrise. Bis zum Jahresende soll an insgesamt 18 Tagen kurzgearbeitet werden, teilte der Sportwagenbauer am Donnerstag in Stuttgart mit. Rund 2500 Beschäftigte am Hauptstandort in Stuttgart-Zuffenhausen seien von der Maßnahme betroffen. Der Sportwagenbauer will auf diesem Wege etwa 2500 Fahrzeuge weniger produzieren. Porsche begründete den Schritt damit, dass sich voraussichtlich auch im neuen Geschäftsjahr wichtige Exportmärkte nicht erholen werden.

Der Absatzrückgang der vergangenen Monate sei bislang über flexible Arbeitszeitmodelle und Flexi-Konten aufgefangen worden, teilte Personalvorstand Thomas Edig mit. "Da diese jetzt aber ihre Grenze erreicht haben, nutzen wir nun das Instrument der Kurzarbeit." Zusammen mit dem Management sei eine Regelung erreicht worden, bei der die Beschäftigten keine finanziellen Nachteile haben werden, erklärte Betriebsratschef Uwe Hück. Er betonte, dass das Unternehmen die Kurzarbeit nur für einen sehr begrenzten Zeitraum nutzen will.

Fast ein Drittel weniger Fahrzeuge verkauft

Porsche hatte bereits mitgeteilt, dass im Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 die Verkäufe um 25 bis 30 Prozent zurückgegangen sind. Weil Porsche die Optionen auf VW-Aktien abgewertet hat, um sie besser verkaufen zu können, wird außerdem mit einem Vorsteuerverlust von bis zu fünf Milliarden Euro bei der Porsche Holding SE gerechnet. Exakte Zahlen sind noch nicht bekannt. Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt will der neue Porsche-Chef Michael Macht nun erste vorläufige Geschäftszahlen zu Absatz, Umsatz und Produktion präsentieren.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten die Stuttgarter einen Vorsteuergewinn von 8,5 Milliarden und einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro eingefahren. Dabei hatten sie fast 100.000 Autos verkauft.

Kurzarbeit auch bei Daimler

Unterdessen kündigte der Autobauer Daimler an, trotz Absatzrekorden in China und neuer Modelle einen Großteil der Belegschaft auch im vierten Quartal dieses Jahres in Kurzarbeit zu schicken. Damit schwindet die Hoffnung auf eine durchgreifende Trendwende bei den seit gut einem Jahr rapide schrumpfenden Verkaufszahlen.

Eine Daimler-Sprecherin sagte am Donnerstag in Stuttgart, für die meisten Pkw-Werke in Deutschland sei vorsorglich Kurzarbeit angemeldet worden. Für das Pkw-Werk Bremen sei dies bereits fest bis Jahresende vereinbart worden. Auch in den Lkw-Werken müssen sich die Beschäftigten auf weitere Lohneinbußen infolge der geplanten Verlängerung der Kurzarbeit bis mindestens Ende Dezember einstellen. Zuletzt arbeiteten 41.000 der rund 160.000 Daimler-Beschäftigten kurz, da die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen aus dem Hause Daimler weltweit rapide in den Keller gegangen ist.

DPA / DPA