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Automobilbranche: Portugal droht General Motors

Sollte der US-Konzern General Motors tatsächlich das Opel-Werk in Azambuja schließen, will die portugiesische Regierung das nicht einfach so hinnehmen - und fordert für diesen Fall bereits gezahlte Staatshilfen zurück.

Sollte die Opel-Mutter General Motors (GM) das portugiesische Werk in Azambuja noch vor dem Jahr 2009 zumachen, werde der Konzern eine Strafe zahlen müssen, sagte der portugiesische Wirtschaftsminister Manuel Pinho am Donnerstagabend. Auch eine Rückforderung von Staatsbeihilfen ist angedacht.

Opel-Belegschaften wollen streiken

Presseberichten zufolge könnte Portugal von General Motors etwa 30 Millionen Euro zurückfordern. Der weltgrößte Autobauer hatte in der vergangenen Woche nach einem Appell der portugiesischen Regierung die Entscheidung über eine Schließung des Standortes Azambuja verschoben. Inzwischen haben zahlreiche Solidaritätsaktionen und Warnstreiks an den übrigen europäischen GM-Standorten stattgefunden. Auch für die kommende Woche sind Arbeitsniederlegungen, unter anderem im Opel-Werk in Bochum, geplant. Der dadurch entstehende Produktionsausfall könnte GM empfindlich treffen.

Nach einer internen GM-Studie sind die Produktionskosten im Werk in Azambuja, das mit 1150 Mitarbeitern den Opel-Kleintransporter Combo fertigt, um rund 500 Euro je Fahrzeug teurer als an jedem übrigen europäischen Standort. Der US-Konzern erwägt daher, die Produktion ins spanische Saragossa zu verlegen und das Werk zu schließen.

DPA / DPA
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