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Kursrutsch beim Tech-Hersteller "Wir befinden uns in einer Krise": Bang & Olufsen kämpft mit großen Problemen

Mit skandinavischer Eleganz wollte das dänische Unternehmen Bang & Olufsen Kunden locken. Jetzt scheint klar, dass die Firma dringend einen neuen Eigentümer braucht.
Mit skandinavischer Eleganz wollte das dänische Unternehmen Bang & Olufsen Kunden locken. Jetzt scheint klar, dass die Firma dringend einen neuen Eigentümer braucht.
© Bang and Olufsen / Hersteller
Der Tech-Hersteller Bang & Olufsen hat Probleme: Die Kunden kaufen nicht, im Wettbewerb hinkt das dänische Unternehmen hinterher. Nach vier Gewinnwarnungen brach nun die Aktie ein. Es scheint unausweichlich, dass die Firma verkauft werden muss.

Das Jahr 2019 könnte für den Technik-Hersteller Bang & Olufsen zum Schicksalsjahr werden. Am Mittwoch rauschte die Aktie um 20 Prozent ab, nachdem das Unternehmen die vierte Gewinnwarnung in diesem Jahr ausgeben musste. Gründe dafür gibt es gleich mehrere.

So hat die Transformation des Unternehmens nicht problemlos geklappt. 2015 wurde die Automobilzuliefersparte Bang & Olufsen Automotive verkauft und ging an die Harman-Gruppe. Zwei Jahre später stellte das dänische Unternehmen auch keine eigenen Fernseher mehr her, sondern lässt die nun von LG produzieren. Vielmehr wollte sich B&O als Luxus-Tech-Hersteller mit skandinavischem Schick im Einzelhandel etablieren. Die TV-Geräte kosten dabei bis zu 15.000 Dollar. Diesen Schwenk haben die Kunden offenbar nicht mitgemacht. Doch nur die gedämpften Verbraucherausgaben in Europa sind nicht Schuld an der Krise. 

Braucht Bang&Olufsen einen neuen Eigentümer?

Nordnet-Analyst Per Hansen bezeichnete laut "Reuters" die jüngste Gewinnwarnung als "katastrophal". Er glaubt, dass die Marke kurz vor dem Verkauf steht. "Es ist (oder sollte) klar, dass die Zukunft von B & O nicht als eigenständiges Unternehmen abläuft", sagte Hansen. 

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Eigentlich hatte sich B&O vorgenommen, nach drei Gewinnwarnungen im Vorjahr nun wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Doch die Umsatzeinbrüche von 31 Prozent im zweiten Quartal zeigten früh, dass auch 2019 ein schlimmes Jahr für die dänische Firma werden würde. Und so überraschte es auch wenig, dass der Chef der Firma, Ole Andersen, im August sagte, dass die "Warnglocken" läuten würden und man im Vorstand hinhören würde, wenn sich ein Käufer meldet. Zur aktuellen Situation sagte Geschäftsführer Kristian Tear zu "Reuters": "Aus meiner Sicht befinden wir uns in einer kommerziellen Krise. Wir verkaufen nicht genug unserer Produkte und der Grund dafür ist, dass wir mit unserer Vertriebs- und Marketingausführung aus verschiedenen Perspektiven keinen Erfolg haben."

Tear, der erst seit Oktober seinen Posten bei B&O hat, kündigte an, im April einen Dreijahresplan vorzulegen. 

kg

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