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Falsche Werbung von Becks: "Deutsches Bier" muss auch aus Deutschland kommen

Das wird teuer: Bierhersteller Becks muss bis zu 50 Dollar Entschädigung pro Kunde zahlen. Der Grund: Die Brauerei hatte mit "deutscher Qualität" geworben, obwohl das Bier nicht aus Deutschland kommt.

Teure Werbung: Becks muss in den USA für das Prädikat "deutsche Qualität" ordentlich zahlen.

Teure Werbung: Becks muss in den USA für das Prädikat "deutsche Qualität" ordentlich zahlen.

Das beste Bier kommt natürlich aus Deutschland. Was für viele Freunde des Gerstensaftes spätestens seit Einführung des Reinheitsgebotes Gesetz ist, nutzt auch die Werbebranche geschickt aus, um besonders im Ausland Bier an qualitätsbewusste Verbraucher zu verkaufen. Ob die deutsche Braukunst am Ende wirklich die beste ist, wird weiter Geschmackssache bleiben, doch die Vorstellung, dass ein Bier zwischen Rhein und Oder hergestellt wurde, scheint gerade den Amerikanern zu gefallen. "Kein Problem", dachten sich die Marketingexperten von Becks und zauberten auf ihre Flaschen für den US-Markt Etiketten wie "deutsche Qualität" und "Ursprung in Bremen, Deutschland". Eine Werbelüge, die den Konzern jetzt teuer zu stehen kommt.

Bis zu 50 Dollar Entschädigung pro Kunde

Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf das "Wall Street Journal" berichtet, hat sich die amerikanische Tochtergesellschaft der Becks Brauerei mit den Beteiligten einer Sammelklage geeinigt, die gegen das Unternehmen vor Gericht gezogen waren. Der Vorwurf der Kläger: Becks erwecke den Eindruck, dass das angebotene Bier aus Deutschland stamme, obwohl der Gerstensaft für den US-Markt in St. Louis gebraut wird. Auch die Zutaten für das US-Becks sind rein amerikanisch. Darauf wird auf den Flaschen zusätzlich hingewiesen.

Der Vergleich, der von einem Gericht in Miami bewilligt wurde, wird nun teuer für den Konzern. Kunden, die einen Kassenbeleg vorlegen können, würden bis zu 50 Dollar (rund 45 Euro) Entschädigung erhalten, sollte das Gericht die Entscheidung im Oktober endgültig bestätigen. Pro gekaufter Flasche würden Kunden dann zehn US-Cent zurückerhalten, ein Sixpack würde mit 50 Cent vergütet. Laut "Wall Street Journal" dürfen auch Kunden ohne Beleg auf eine Entschädigung von bis zu 12 Dollar hoffen. Becks muss künftig deutlicher auf die Herkunft des Bieres hinweisen. Auch andere Biermarken, wie das australische Foster´s, könnten mit ihren US-Töchtern von dieser Entscheidung betroffen sein. 


db
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