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Bergruen, Triton, Highstreet: Wer nimmt teil am Bieterpoker um Karstadt?

Highstreet, Bergruen, Triton. Drei Kaufangebote liegen für die insolvente Kaufhauskette Karstadt vor. Was der Zuschlag jeweils bedeuten würde, erklären drei Kurzportraits zu den potentiellen Karstadt-Rettern.

Kurz vor Ablauf der Verkaufsfrist für die insolvente Kaufhauskette Karstadt liegen drei Angebote für das Traditionsunternehmen vor. Der Gläubigerausschuss muss nun die Gebote prüfen. Dann entscheidet er über einen Käufer für die Kette mit ihren 120 Häusern und 25 000 Mitarbeitern.

Highstreet

Das Vermieter-Konsortium, dem die Mehrzahl der Karstadt-Immobilien gehört, hat erst an diesem Freitag ein Angebot für Karstadt vorgelegt. Hinter Highstreet steht mehrheitlich die Investmentbank Goldman Sachs. Weitere Partner sind die Deutsche Bank und die italienischen Unternehmen Borletti, Generali und Pirelli. Borletti hat bereits Warenhaus-Erfahrung mit der italienischen Kette La Rinascente und dem französischen Kaufhaus Printemps gesammelt. Das Vermieter-Gremium ist zugleich auch einer der Hauptgläubiger Karstadts. Nach Informationen aus Finanzkreisen sind in dem Angebot zwar keine Entlassungen bei der Belegschaft, wohl aber längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich geplant. Die Mitarbeiter sollen im Gegenzug an Karstadt beteiligt werden.

Berggruen

Nicolas Berggruen brachte sich mit seiner Berggruen Holdings Ltd vergangene Woche überraschend als Karstadt-Retter ins Spiel. Der 48-jährige Sohn des 2007 verstorbenen Kunstsammlers Heinz Berggruen hat in verschiedenen Zeitungsinterviews betont, mit Karstadt kein "schnelles Geld" machen zu wollen, sondern langfristig zu investieren. Stemmen will Berggruen die Sanierung Karstadts mit Hilfe weiterer Zugeständnisse der Vermieter. Beim Personal sind keine weiteren Einschnitte vorgesehen. Ein ausgewiesener Handelsexperte ist Berggruen nicht. Allerdings hat er den US- Designer Max Azria als Partner mit ins Boot geholt, der Damenmode und Accessoires vertreibt. In Deutschland ist Azria mit seiner Marke "BCBG" mit sechs eigenen Läden und vier weiteren Verkaufsstellen vertreten. Berggruen steuert von seiner Berliner Niederlassung vor allem Investments in Immobilien. Dazu zählen unter anderem das Hotel Sarotti Höfe oder der Büro- und Gewerbekomplex auf dem Gelände der ehemaligen Schuckert Werke in Berlin.

Triton

Der deutsch-skandinavische Investor hat durch die Übernahme von Unternehmen wie dem Autozulieferer Stabilus, Rütgers Chemie oder dem Fertighausbauer Kampa von sich Reden gemacht. Die Pläne Tritons für Karstadt sehen unter anderem vor, verlustbringende Abteilungen an Fremdunternehmen abzugeben. Davon wären knapp 5000 Mitarbeiter betroffen. Als Bedingung für eine Übernahme von Karstadt will Triton Lohnzugeständnisse von den Arbeitnehmern über den unterschriebenen Sanierungstarifvertrag hinaus. Die Vermieter sollen zudem die Mieten senken. Gegen die Pläne des Investors stellen sich aber die Gewerkschaften quer. Triton hat deshalb bereits gedroht, sein Interesse an einem Einstieg zu überdenken.

DPA / DPA