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BETRUG: Prozess um Millionenpleite für Hunderte von Geldanlegern

Die Millionenpleite einer Finanz-Beratungsfirma und der mutmaßliche Betrug von mehr als 500 Kapitalanlegern wird nun von einer Wirtschaftsstrafkammer des Berliner Landgerichts aufgerollt.

Drei Geschäftsführer der 1991 gegründeten »Finanz-Service-Beratungsgesellschaft Blaesing, Neider & Co.« (FSBG) werden für einen Schaden von knapp fünf Millionen Euro verantwortlich gemacht. Die Berliner Firma soll Kunden mit hohen Zinsen von bis zu 9,9 Prozent gelockt haben. Angeblich sollten die Einlagen der Geldgeber in Immobilien in den Neuen Ländern investiert werden.

Alle Angeklagten wollen sich erst ab kommender Woche äußern. Ein beschuldigter Kaufmann wies bereits den Vorwurf zurück, sein Unternehmen habe ohne Rücklagen gewirtschaftet und Geldanleger absichtlich getäuscht. Ein Verteidiger warf der Anklage vor: »Ohne den Eingriff der Justiz wäre die FSBG heute ein florierendes Unternehmen.«

Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft 2.400 Fälle mit einem Schaden von mehr als 12 Millionen Euro ermittelt. Weit über tausend Fälle sind aus prozessökonomischen Gründen eingestellt worden. Wäre das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen nicht Anfang 1999 eingeschritten, läge der Schaden nach Schätzung der Ankläger vermutlich inzwischen bei 30 Millionen Euro.