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Bier-Markt: "Nirgendwo ist das Bier so billig"

115 Liter Bier pro Kopf tranken die Deutschen 2005, somit blieb der Bierkonsum weitgehend stabil. Trotzdem klagen die Brauereien über Umsatzeinbrüche. Schuld ist die billige Konkurrenz.

Der Bierdurst ist in Deutschland im vergangenen Jahr konstant geblieben, allerdings trinken die Verbraucher zunehmend billigere Biere. Deshalb schrumpfte der Umsatz der deutschen Brauer um mehr als eine Milliarde auf 7,2 Milliarden Euro. "Die Verbraucher greifen zu günstigen Bieren oder kaufen in Discountern", sagte der Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, Richard Weber, am Donnerstag in Köln. "Nirgendwo in der Welt ist das Bier so billig wie in Deutschland", sagte er. Der Pro-Kopf-Verbrauch pro Jahr blieb im Vorjahresvergleich mit 115 Litern stabil.

Mitarbeiterzahl kräftig geschrumpft

Die Zahl der Mitarbeiter in der Branche sank 2005 binnen Jahresfrist um 10 Prozent auf 30.000 Beschäftigte, laut Weber eine Folge von Rationalisierungen und Schließungen kleiner Brauereien. Die Zahl der Braustätten mit mehr als 20 Beschäftigten blieb mit 1274 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Auch der Bierabsatz behielt mit 105 Millionen Hektolitern ein konstantes Niveau. "Die Bierausfuhr konnte sich auf hohem Niveau halten", sagte Weber.

Mit einer groß angelegten Kampagne wollen die Brauer künftig für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem alkoholhaltigen Getränk eintreten - und damit möglichen Einschränkungen der EU-Kommission vorbeugen. Auf den Flaschen und in der Werbung soll künftig das Logo "Bier bewusst genießen - Die deutschen Brauer" zu lesen sein. Außerdem sollen Hörfunk- und Fernsehspots vor dem Bierkonsum von Jugendlichen unter 16 Jahren oder im Straßenverkehr warnen. Die Aktion soll im Sommer starten.

Werbebeschränkungen geplant

Nach Angaben der Brauer plant die EU-Kommission für Herbst 2006 mögliche Werbebeschränkungen, ein Anziehen des Abgabealters für Bier von 16 auf 18 Jahre und gelenkte Preiserhöhungen nach dem Vorbild der deutschen Alcopop-Steuer auch für andere alkoholhaltige Getränke.

DPA / DPA