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Bilanz von Hochtief: Mit Rekordergebnis in die Abhängigkeit

Für Hochtief ist es das letzte Jahr als eigenständiger Konzern - und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Essener Baukonzern vermeldete ein Rekordergebnis: Elf Prozent Umsatzsteigerung und ein Gewinn von 288 Millionen Euro. Mit dem neuen Großaktionär ACS bespricht Hochtief laut Chef Lütkestratkötter derzeit die Spielregeln für ein verändertes Miteinander.

Der von einer feindlichen Übernahme durch den Konkurrenten ACS bedrohte Essener Baukonzern Hochtief hat hat sein voraussichtlich letztes Geschäftsjahr als unabhängiger Konzern mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Auftragseingang, Umsatz und Gewinn schnellten deutlicher als von Analysten erwartet in die Höhe, die Dividende wurde angehoben. Unter dem Strich betrug der Gewinn 288 Millionen Euro nach 191,7 Millionen Euro im Vorjahr, wie Hochtief am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 26,8 Prozent auf 756,6 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 20,16 Milliarden Euro.

Der Auftragseingang lag mit 29,63 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 22,47 Milliarden Euro. Von dem Rekordgewinn sollen auch die Aktionäre profitieren. Das Management will die Dividende deutlich um 0,50 Euro auf 2 Euro je Aktie aufstocken. Im laufenden Jahr soll das Vorsteuerergebnis auf etwa eine Milliarde Euro und der Konzerngewinn auf 600 Millionen Euro steigen.

Mit dem neuen Großaktionär ACS befinde sich Hochtief derzeit in Gesprächen mit dem Ziel, Spielregeln für das veränderte Miteinander festzulegen, sagte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter. "Über konkrete Ergebnisse kann ich Ihnen derzeit noch keine weitere Auskunft geben", sagte er laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript. Der spanische Angreifer hat seinen Griff um den deutschen Bauriesen dabei weiter gefestigt. ACS halte "mehr als 39 Prozent" der Hochtief-Anteile, sagte Lütkestratkötter.

In einem Brief an die Aktionäre forderte der Hochtief-Chef die Anteilseigner auf, möglichst zahlreich zur Hauptversammlung am 12. Mai zu erscheinen. "Unsere Aktionäre sollen dort aktiv ihre Meinung vertreten und ihren berechtigten Interessen Nachdruck verleihen", sagte er. Solange ACS nicht die 50-Prozent-Hürde bei Hochtief übersprungen hat, entscheidet die Zahl der anwesenden Aktionäre über die Mehrheitsverhältnisse und damit über die Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

Zuvor hatte Hochtief seinen Aktionären von einer Annahme des von ACS vorgelegte Übernahmeangebots abgeraten. "Es ist jedoch nicht gelungen, alle Aktionäre zu überzeugen, das aus unserer begründeten Sicht nicht angemessene Angebot abzulehnen", sagte er.

cjf/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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