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Teuerung in Deutschland: Billige Klamotten, teures Gemüse: Das Problem mit der Inflation

Die Deutschen müssen tiefer in die Tasche greifen. Die Inflationsrate lag im Februar nach vier Jahren wieder über zwei Prozent. Das ist zwar kein sprunghafter Anstieg - dennoch bleibt das Gefühl von rasant steigenden Preisen. Woran liegt das?

Gemüse ist im Februar teuer geworden

Gemüse ist im Februar teuer geworden

Das Leben ist teurer geworden in Deutschland: Ob für die Tankfüllung, neue Schuhe oder den vollen Kühlschrank - die Preise sind im Februar deutlich gestiegen. Zum ersten Mal seit vier Jahren überschritt die Inflationsrate die 2-Prozent-Marke. Konkret liegt die Teuerungsrate bei 2,2 Prozent, so das Statistische Bundesamt - und damit über der Vorgabe der Europäischen Zentralbank, die die Inflation gerne bei knapp unter der Marke von zwei Prozent haben will. Größter Preistreiber war abermals Energie, die sich im vorigen Monat um 7,2 Prozent verteuerte. Klammert man Energie aus, lag die Jahresteuerung bei 1,7 Prozent.

Doch was sagt die höhere über das Leben in Deutschland aus? Zum einen ist sie ein Mittelwert. Die gestiegenen Kosten für Waren und Dienstleistungen werden in diesem Wert gebündelt. So können einzelne Konsumfaktoren zwar kaum in diesem Wert Berücksichtigung finden - doch der Verbraucher spürt die Teuerung deutlich. 

Denn viele Waren, die für die Inflationsberechnung wichtig sind, kauft der Verbraucher gar nicht ständig. Die Preise für Pauschalreisen, Schuhe oder Hotels spielen im Alltag nur eine untergeordnete Rolle. Was Verbraucher aber täglich einkaufen müssen, lässt die gefühlte Preisentwicklung deutlich nach oben klettern.

Gemüse-Preise stiegen um 21 Prozent

Ein ganz alltägliches Beispiel: Die Preise für stiegen im Februar um satte 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Januar kletterten die Preise um mehr als zwölf Prozent. Auch Obst wurde teurer - allerdings kletterte der Preis im Vergleich zum Vormonat nur um 1,7 Prozent. Den größten Anstieg spürten Verbraucher beim leichten Heizöl: Ein Plus von 42,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Auch bei Kraftstoffen merken Autofahrer die angezogenen Preise. Diesel legte im Vergleich zum Februar 2016 um mehr als 20 Prozent zu, auch Superbenzin war 14,7 Prozent teurer.

Hohe Inflation: Verbraucher werden weniger ausgeben

Doch nicht alles wurde überproportional teurer. Der Gaspreis sank sogar im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent. Die Preise für Bekleidung und Schuhe fielen im Vergleich zum Januar um 0,2 Prozent.

Laut den Experten vom Kieler Institut für Weltwirtschaft dürfte die Inflation deutlich zunehmen. Allerdings lag die Teuerungsrate 2016 auch nur bei 0,5 Prozent. Dennoch: Höhere Preise quittieren Verbraucher in der Regel mit Sparsamkeit. Privater Konsum wird zurückgefahren.

kg

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