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BIP und Ifo-Index im Höhenflug: Deutsche Wirtschaft legt nach

Das Statistische Bundesamt bestätigt: Die deutsche Wirtschaft ist bereits am Niveau vor der Krise vorbeigerauscht. Konsum und Investitionen befeuern den Aufschwung. Auch der Ifo-Index fällt postiver aus als erwartet.

Die deutsche Wirtschaft ist mit enormem Schwung in das Jahr 2011 gestartet. Angetrieben von kräftigen Investitionen und staatlichen Konsumausgaben legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal real um 1,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die Statistiker bestätigten damit ihre vorläufige Berechnung. Die Wirtschaftsleistung übertraf bereits wieder das Vorkrisenniveau von Anfang 2008.

Nach Überzeugung von Ökonomen wird sich das deutsche Wachstum im zweiten Quartal zwar verlangsamen, etwa wegen der schwelenden Staatsschuldenkrise in Griechenland und anderen Euroländern oder wegen der anziehenden Preise.

Ifo-Index überraschend positiv

Die Deutsche Bundesbank rechnet dennoch mit einem anhaltendem Boom, und auch der Ifo-Geschäftsklimaindex ist überraschend positiv: Er verharrt im Mai überraschend auf dem Vormonatsniveau, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mitteilte.

Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet, nachdem das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft bereits zuvor zwei Mal gesunken war. "Die Konjunkturampeln in Deutschland stehen nach wie vor auf grün" , sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Das Institut hatte 7000 Firmen befragt.

Vor allem staatliche Konsumausgaben steigen

Positive Impulse kamen im ersten Vierteljahr 2011 vor allem von der Binnenwirtschaft. So wurde zu Beginn des Jahres vor allem in Bauten (plus 6,2 Prozent) und Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge (plus 4,2 Prozent) investiert - deutlich mehr als im letzten Quartal 2010. Die privaten Konsumausgaben legten im Vergleich zum Vorquartal leicht um 0,4 Prozent zu, die staatlichen Konsumausgaben legten mit 1,3 Prozent etwas deutlicher zu.

Auch die Dynamik der Exporte und Importe setzte sich fort, wie aus den ausführlichen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes zum ersten Quartal 2011 hervorgeht. Demnach wurden 2,3 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im Vorquartal. Der Anstieg der Importe war mit 1,5 Prozent nicht ganz so groß.

Unterm Strich trauen Experten der heimischen Wirtschaft 2011 das zweite Jahr in Folge ein Wachstum von mehr als drei Prozent zu. Das hat es seit der Wiedervereinigung nicht gegeben.

fw/DPA/AFP / DPA