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Produkt-Offensive: Birkenstocks Öko-Imperium: Bodylotion, Büromöbel und Betten für 10.000 Euro

Vom Fußbett zum Boxspringbett: Die Birkenstock-Sandale hat Kultstatus, nun will die Firma auch gesunde Betten verkaufen. Und das ist erst der Anfang: Bürostühle und Naturkosmetik sind schon in der Pipeline.

Birkenstock-Bett

Birkenstock präsentiert sein Bettenmodell "Canberra" in Köln

Es ist eine erstaunliche Karriere, die das Unternehmen Birkenstock aus Neustadt an der Wied hingelegt hat. Als langweiliger Gesundheitsschuh gestartet, wurde die Ökolatsche in den 80ern zunächst bei friedensbewegten Hippies populär. Heute sind Birkenstocks nicht nur im deutschen Mainstream angekommen, sondern auch international erfolgreich wie nie.

Nachdem sich selbst Hollywoodstars wie Miley Cyrus mit Birkenstocks zeigten, erklärte sogar die amerikanische Vogue die Treter offiziell für sexy. Das war 2013, seitdem sind die Schuhverkäufe explodiert. Die Belegschaft wurde innerhalb von drei Jahren auf 3800 Mitarbeiter verdoppelt (95 Prozent davon arbeiten in Deutschland). Rund 20 Millionen Paar Schuhe und Sandalen wurden im vergangenen Jahr produziert und weltweit verkauft - allein eine Million in Südkorea, wo Birkenstock 2016 überhaupt erst in den Markt eintrat.

Vom Fußbett zum Boxspringbett

Über den Coolness-Faktor von Birkenstock kann man sich natürlich weiterhin streiten. Doch für eines steht die Marke unverbrüchlich: für gesunde Produkte. Das will die Firma nun nutzen, um in ganz neue Branchen vorzustoßen. Auf der Möbelmesse IMM in Köln stellt Birkenstock gerade seine erste eigene Betten-Kollektion vor. Sechs verschiedene Modelle wirft Birkenstock auf den Markt - Boxspringbetten sind ebenso dabei wie die Klassiker mit Latten- oder Tellerrost.

Die Birkenstock-Betten heißen Canberra, Sao Paulo oder Montevideo - und natürlich soll man in ihnen gesünder schlafen können als in einem herkömmlichen Bett. „Das ist kein Lizenzgeschäft, bei dem wir nur unser Logo auf ein Produkt pappen“, sagte Birkenstock-Geschäftsführer Oliver Reichert der "Welt". Auf die Idee, Birkenstock-Betten zu bauen, sei er gekommen, als er für seine Kinder ein vernünftiges Bett gesucht habe, aber nichts fand, was seinen Ansprüchen genügte.

Coming soon: Bodylotions und Bürostühle

Entwickelt hat Birkenstock seine Gesundheitsbetten gemeinsam mit dem österreichischen Polstermöbelhersteller Anger. "Ästhetisches Design", "hochwertige Materialien" und "perfekte Verarbeitung" sollen die Kunden überzeugen, 5000 bis 10.000 Euro für ein Schlafsystem auszugeben. Auch das charakteristische Kork aus den Schuhsohlen ist in den Betten verbaut. Das anatomisch geformte Fußbett der Schuhe dient als Vorlage für wellenförmig geschwungene Lattenroste. Der Slogan "vom Fußbett zum Bett" liegt da natürlich nahe.

Die Betten sollen allerdings nur der Auftakt für eine große Birkenstock-Produktoffensive sein. Im Februar stellt das Unternehmen auf der Messe Vivaness in Nürnberg eine Naturkosmetiklinie vor - Duschgels, Cremes, Body Lotions. Für die Cremes sollen Substanzen aus der Rinde der Korkeiche verwendet werden. Und auch im Möbelbereich ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Noch in diesem Jahr sollen Büromöbel vorgestellt werden, angedacht sind Stühle und Schreibtische.

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