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Gegen den Brexit-Jammer: Kommt nach Transsilvanien! - Kampagne wirbt um britische Firmen

Zwei Rumänen haben eine Idee für britische Unternehmen, die mit dem Brexit hadern: "Move to Transylvania!" Eine charmante Social-Media-Kampagne preist die zahlreichen Vorzüge, die die Region zu bieten hat. 

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Viele britische Firmen sind über das Brexit-Referendum entsetzt. Vodafone droht damit, die Firmenzentrale ins Ausland zu verlagern. Easyjet und Ryanair stationieren neue Flugzeuge künftig anderswo. Banken verlagern Arbeitsplätze auf den Kontinent. Frankreichs Präsident Francois Hollande träumt schon von Paris als neuem Zentrum der europäischen Finanzindustrie.

Zwei Rumänen bringen nun noch einen alternativen EU-Standort für britische Firmen ins Spiel: Transsylvanien. "Wenn du den Rest deines Lebens nicht auf einer Insel mit Boris und Nigel festhängen willst, hätten wir da einen Plan", wirbt die Kampagne "Tansylvania Beyond" auf ihrer Facebookseite. 

Auf der zugehörigen Homepage haben die Macher alle Vorzüge Transsylvaniens für britische Unternehmer einfach und anschaulich aufbereitet. So besteche Transsylvanien - entgegen aller Vorurteile - nicht nur durch eine "überraschend niedrige Zahl von Vampiren", sondern auch durch eine "überraschend hohe Lebensqualität".

Schnelles Internet und exzellente Flugverbindungen

Die Landschaft der Region mit ihren Bergpanoramen und Nationalparks sei die wahrscheinlich spektakulärste Europas. Das Internet sei das schnellste, was man in der Europäischen Union finden könne. Die jungen Rumänen sprächen überwiegend sehr gutes Englisch. Die Auswahl an IT-Spezialisten sei außergewöhnlich hoch - und die Löhne nur auf einem Bruchteil des westeuropäischen Niveaus.

Darüberhinaus biete die Region hervorragende medizinische Infrastruktur, sichere Straßen, aufregende Musikfestivals und exzellente Flugverbindungen nach London, Sheffield, Birmingham und Liverpool. "Wenn Sie interessiert daran sind, eine Firma in Transsilvanien aufzubauen, lassen sie es uns wissen und wir bringen Sie mit der Startup- und Tech-Community in Cluj zusammen", heißt es auf der Webseite.

Wer hinter der Kampagne steckt

Hinter der Kampagne stecken Adrian Docea und Elena Hurjui, zwei kreative Köpfe aus Cluj, der größten Stadt Transsylvaniens. Da das Tourismusministerium im letzten Vierteljahrhundert rein gar nichts unternommen habe, habe man die Sache eben selbst in die Hand genommen, erklärte Docea dem Business Insider. "Transsylvanien ist wahrscheinlich die berühmteste Region in Osteuropa. Es verdient es, für mehr als nur Vampire bekannt zu sein."

Docea und Hurjui arbeiten für Heraldist & Wondermarks, eine in Berlin gegründete Kommunikations- und Werbeagentur, die nun in Cluj sitzt. Die "Move to Transylvania"-Kampagne bewerben die Rumänen seit dem Brexit-Referendum via Facebook. Die Geschichte ist auch insofern bemerkenswert, als die Brexit-Befürworter speziell gegen osteuropäische Einwanderer Stimmung gemacht hatten.

Steht den Rumänen nun umgekehrt eine Einwanderungswelle aus Großbritannien bevor? Adrian Docea würde es freuen. "Alle neun Minuten kommt eine neue Email von einem britischen Unternehmer rein, der von der Story beeindruckt ist und sich für einen Umzug nach Transsilvanien interessiert", sagte er dem Business Insider. Wenn nur fünf Prozent von ihnen tatsächlich ein Business in der Region starteten, sei die Sache schon ein Riesenerfolg.

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