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Urteil des Bundesarbeitsgerichts: Alkoholiker haben Anspruch auf Lohnfortzahlung

Erst der Entzug, dann der Rückfall: Wenn Alkoholiker wegen ihrer Sucht krankgeschrieben werden, ist das in der Regel nicht selbstverschuldet. Arbeitnehmer sollen deshalb weiter Lohn bekommen.

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: Sucht und Rückfälle sind nicht selbstverschuldet. Der Arbeitgeber muss daher sechs Wochen lang das Gehalt weiterzahlen

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: Sucht und Rückfälle sind nicht selbstverschuldet. Der Arbeitgeber muss daher sechs Wochen lang das Gehalt weiterzahlen

Arbeitgeber müssen alkoholabhängigen Beschäftigten sechs Wochen lang das Gehalt weiterzahlen, wenn diese wegen ihrer Sucht krankgeschrieben sind. Sucht und Rückfälle seien in der Regel nicht als Selbstverschulden zu werten, das den Anspruch auf Lohnfortzahlung koste, entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

Das Gericht wies die Revision eines Baubetriebs aus Nordrhein-Westfalen zurück, der einem alkoholkranken Mitarbeiter nach einem Rückfall die Lohnfortzahlung verweigert hatte. Stattdessen war die Krankenkasse des Mannes mit Krankengeld eingesprungen. Ein medizinisches Sachverständigengutachten müsse in dem Fall klären, ob Selbstverschulden vorliege, so das Gericht.

stb/DPA / DPA
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