HOME

Callcenter-Schließungen: Die Angst der Frauen

Jetzt ist es raus: 39 Callcenter will die Telekom bundesweit schließen. Entlassen wird niemand. Doch für die Beschäftigten - meist in Teilzeit arbeitende Frauen - ist dies kein Trost: Für ihre fünf- bis sechsstündige Schichten müssen sie nun längere Anfahrten in Kauf nehmen.

Von Susanne Wächter

Die Telekom hat bei den Standortschließungen ihrer Call-Center endlich die Katze aus dem Sack gelassen: Während immerhin 24 davon erhalten bleiben, erhalten 39 Standorte die rote Karte. In Nordrhein-Westfalen sind davon insgesamt immerhin einige hundert Mitarbeiter betroffen. Bundesweit zählt die Gewerkschaft Verdi einige Tausend. Auch die alleinerziehende Birgit, die ihren richtigen Namen aus Angst vor Sanktionen nicht nennen möchte, gehört zu den Betroffenen. "Ich gehe morgens mit meinem Sohn um 7.30 Uhr aus dem Haus und bin kurz bevor er nach Hause kommt wieder da", erzählt die 38-Jährige, die schon jetzt einiges an Fahrtzeit auf sich nimmt, um ihrem Job nachzugehen. 20,3 Stunden arbeitet sie im Call-Center Mönchengladbach. Im Schnitt kommt sie dabei auf sechs Stunden pro Tag. Da Birgit kein Auto hat, ist sie auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Wohin mit dem Kind?

Wäre ihr Sohn nicht in der offenen Ganztagsbetreuung, sie wüsste nicht wie sie das alles unter einen Hut bringen sollte. Mit 1300 Euro im Monat kann sie sich keine großen Sprünge erlauben, eine Tagesmutter schon mal gar nicht. "Irgendwann lohnt sich das Ganze finanziell nicht mehr", so die junge Frau. Eine Wahl hat sie aber nicht. Außerdem ist sie verbeamtet und kann sich nicht einfach einen anderen Job suchen. Dass sie durch diesen Status nicht arbeitslos werden kann, ist für die 38-Jährige trotzdem keine Beruhigung.

Seit Donnerstag ist klar, dass der Standort Mönchengladbach nach Düsseldorf verlagert wird. Ein Umzug kommt für die Alleinerziehende nicht in Frage. Ihr Sohn ist fest im Ort eingebunden. Es wäre fatal, wenn sie ihn aus seinem sozialen Umfeld reißen würde: Der Achtjährige hat eine Schreib-Leseschwäche und braucht spezielle Betreuung. Aber auch ihr ganzer Freundeskreis lebt an ihrem Wohnort, ganz in der Nähe von Mönchengladbach. Nun hat Birgit die ganze Nacht nicht geschlafen.

Noch früher raus

Christiane Pachulski, die Regionalbetriebsleiterin der Telekom für den Bereich West und aktive Gewerkschafterin, ist erschüttert. "Wenn Sie in die Gesichter der Beschäftigten blicken, sehen Sie genau, dass sie die ganze Nacht kein Auge zugemacht haben. Die Leute haben Angst vor der Zukunft."

Der Telekom-Konzern sieht das Ganze hingegen unter Modernisierungsgesichtspunkten: Die neuen Service-Center werden moderner, verfügen über eine gute Verkehrsanbindung und sollen mit Hilfe ihrer Ausstattung für einen besseren Kundenservice sorgen. Außerdem sollen die bundesweit rund 8000 betroffenen Mitarbeiter ja nicht ihre Jobs verlieren, sondern lediglich den Arbeitsort wechseln müssen.

Noch früher raus

Für die 38-jährige Birgit heißt das, dass sie nun eine ganze Stunde eher aus dem Haus muss. Ihr Sohn muss nun alleine aufstehen und zur Schule gehen. Und wenn er nach Hause kommt, ist sie immer noch nicht zuhause. "Er ist doch erst acht", sagt Birgit A. und in ihrer Stimme ist die Unsicherheit deutlich zu spüren.

Britta T.* (Name von der Redaktion geändert) ist froh, dass der Kelch einer Standortverlagerung an ihr vorübergegangen ist. Dabei kann sie sehr gut nachempfinden, was ihre Kollegen fühlen. Im Jahr 2004 machte sie selber eine solche Verlagerung mit. Seitdem pendelt die Bochumerin täglich nach Recklinghausen: "Früher konnte ich Bus und Bahn benutzen", erzählt Britta T. "Doch als das Call-Center von Bochum nach Recklinghausen verlegt wurde, musste ich mir ein Auto anschaffen." Seit 1980 arbeitet sie bei der Telekom. Sie identifiziert sich mit dem Unternehmen. "Ich gehe gerne arbeiten", sagt sie und man nimmt es ihr ab. Aber dass sie von der Umstrukturierung aus den Nachrichten erfahren musste, hält sie für ein starkes Stück. "Darüber bin ich sehr enttäuscht. So geht man nicht mit seinen Mitarbeitern um."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(