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Plagiat: Verrücktes China - jetzt werden schon Banken kopiert

Uhren, Kameras und Designertaschen in China haben häufig große Ähnlichkeiten mit westlichen Produkten. Doch jetzt musste die Bank Goldman-Sachs feststellen, dass es in China einen Namensvetter gibt. 

Firmenschild von Goldman Sachs

Das hier ist die amerikanische Variante von Goldman Sachs. 

"Goldman Sachs" ist nicht gleich "Goldman Sachs" mussten jüngst Kunden des amerikanischen Bankhauses feststellen. In China wehrt sich jetzt ein Finanzinstitut gegen Vorwürfe, den Namen des US-Investmentriesen kopiert zu haben. Dabei nutzt "Goldman Sachs Financial Leasing Co." aus dem chinesischen Shenzhen auf Mandarin dieselben Schriftzeichen, wie sie auch die in New York ansässige "Goldman Sachs Group Inc." in der Volksrepublik verwendet. Reiner Zufall in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt? 

Seit 2013 gibt es das chinesische Goldman Sachs

"Wir haben den Namen zufällig ausgewählt, es ist nicht absichtlich derselbe", sagte eine Mitarbeiterin der chinesischen Variante am Donnerstag telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Das Finanzinstitut habe mit der US-Bank Goldman Sachs nichts zu tun. Bereits seits Mai 2013 scheint das chinesische Double tätig zu sein.

Eine Sprecherin der US-Investmentbank Goldman Sachs sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg in Hongkong, mit der chinesischen Bank in keiner Verbindung zu stehen. Die Angelegenheit werde überprüft. Laut Bloomberg wurde die Existenz der chinesischen Bank bekannt, nachdem sich eine US-Gewerkschaft für Kasino-Mitarbeiter an die Antikorruptionsbehörden in China gewandt hatten.

Schlechte Chancen auf eine Namensänderung

Goldman Sachs aus den USA dürfte wenig Erfolg haben, seinen Doppelgänger aus Shenzhen zu einer Namensänderung zwingen zu können. Erst vor kurzem hat der ehemalige Profi-Basketballer Michael Jordan erfolglos gegen einen Sportartikelhersteller geklagt, der die chinesische Version seines Namens benutzt.

In China werden Geschäftsideen und Produkte regelmäßig kopiert. Erst vor kurzem war ein 39-Jähriger im Osten des Landes verhaftet worden, der die Gründung einer Filiale der China Construction Bank vorgetäuscht hatte. Medienberichten zufolge verfügte er selbst über Kassenschalter und entsprechende Schilder. Kunden konnten demnach bei ihm Einzahlungen vornehmen; Auszahlungen seien jedoch verweigert worden. 

AFP
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