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"Das Ding des Jahres": Pusten für die Schwangerschaft: Start-up will mit neuer Methode beim Kinderwunsch helfen

Wer einen unerfüllten Kinderwunsch hat, hat vermutlich schon alles versucht, um schwanger zu werden. Das Start-up breathe ilo aus Graz will nun eine neue Technologie entwickelt haben, die die fruchtbaren Tage noch genauer misst – und hat diese bei "Das Ding des Jahres" vorgestellt.

breathe ilo bei "Das Ding des Jahres"

Lisa Krapinger und Bastian Rüther von breathe Ilo bei "Das Ding des Jahres"

Kaum etwas kann ein solcher Stressfaktor in einer Beziehung sein wie ein unerfüllter Kinderwunsch. Und auch wenn die Natur möchte, dass wir uns als Spezies fortpflanzen, macht sie uns doch immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Oder die Lebensplanung. So sind Frauen beispielsweise zwischen 20 und 29 am fruchtbarsten – danach geht es mit den Chancen auf eine Schwangerschaft steil bergab.

Zudem erlaubt der Körper in den meisten Fällen ohnehin nur etwa sechs fruchtbare Tage pro Zyklus – an allen anderen machen die Trockenübungen zwar immer noch Spaß, werden aber nicht in einer Schwangerschaft resultieren. Insgesamt geht man pro Zyklus von einer etwa 20- oder 30-prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, tatsächlich schwanger werden zu können.

Lena Gercke ist schwanger – Heidi Klum gratuliert.

Wer vielleicht schon länger einen unerfüllten Schwangerschaftswunsch hat (oder gerne so gut vorbereitet wie möglich sein möchte), hat die Möglichkeit, mit verschiedenen Hilfsmitteln die fruchtbaren Tage zu tracken. Hierbei gibt es beispielsweise die Temperaturmessung, die Unterschiede in der Körpertemperatur während des Zyklus feststellt, oder den sogenannten LH-Test oder Ovulationstest, bei dem durch Urin fruchtbare Tage erkannt werden.

Kann Fruchtbarkeit am Atem gemessen werden? Dieses Start-up sagt: Ja!

Ein junges Start-up aus Graz hat sich nun einer weiteren Technik gewidmet und diese am Mittwochabend bei "Das Ding des Jahres" einer kritischen Jury aus Joko Winterscheidt, Lena Gercke, Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer und Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog vorgestellt. Das Produkt: breathe ilo. Das kleine Gerät, für das es sich bereits die Technik hat patentieren lassen, misst den CO2-Wert in der Atemluft – ein Wert, der sich während des Zyklus messbar verändert.

Die Gründer versprechen: Hiermit wird alles einfacher. Weder muss die Atemluft zu einer bestimmten Tageszeit gemessen werden, noch muss umständlich gerechnet werden – das Gerät überträgt den Wert auf eine App, in der zusätzlich noch die Tage der Periode eingetragen werden, und ein selbstlernender Algorithmus errechnet dann die fruchtbaren Tage. Der Launch auf dem österreichischen Markt lief bereits sehr vielversprechend, nun soll auch Deutschland erschlossen werden.

breathe ilo bei "Das Ding des Jahres"

Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer testet das Atemmessgerät

Entwickelt haben das Gerät in fünf Jahren Arbeit Gynäkologe und Endokrinologe Ludwig Wildt und Medizintechniker Horst Rüther, dessen Sohn Bastian auch als CEO der Firma fungiert. Seine Motivation: Seine Eltern hätten fünf Jahre lang versucht, ihr Wunschkind zu bekommen, ihn. "Meine Motivation ist es, anderen Paaren zu helfen, ihren Kinderwunsch leichter und schneller zu erfüllen." Die Technik soll so gut sein, sagen die Macher, dass sie nicht nur unkomplizierter zu bedienen, sondern auch genauer als die Alternativen ist. Sie geben Studien an, die die Firma "mit mehr als hundert Frauen über mehrere hundert Zyklen lang" durchgeführt haben will und die bestätigen: "Bei 90 Prozent der teilnehmenden Frauen wurden von breathe ilo die hochfruchtbaren Tage erkannt." Marketing-Managerin Lisa Krapinger, die gemeinsam mit CEO Bastian Rüther vor die Jury trat, hofft, damit vielen Paaren einen großen Wunsch erfüllen zu können. Dem stern sagte sie: "Damit unterstützen wir hoffentlich Millionen von Paaren weltweit dabei, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen."

Während das Gerät die hoch fruchtbaren Tage also zuverlässig messen kann, ist es bislang noch nicht als Verhütungsmittel zugelassen. Doch auch daran arbeiten die Babyflüsterer von breathe ilo und hoffen, bald ein Gerät in dieser Richtung auf den Markt bringen zu können. Dafür brauchen sie eine größere Finanzspritze, die sie sich von "Das Ding des Jahres" erhofften – allerdings ohne Erfolg. Das Start-up hat es nicht ins Finale geschafft.

Im Februar 2019 hatte Bastian Rüther die Idee seines Vaters bereits in der österreichischen Fernsehshow "2 Minuten 2 Millionen" gepitcht und Investitionen von insgesamt 1,6 Millionen Euro zusammentragen können.

"Das Ding des Jahres" läuft seit dem 29.1.2020 jeden Mittwoch um 20.15 Uhr auf ProSieben.

jgs