Deutsche Post Grippewelle verzögert Briefzustellung


Warten auf die Weihnachtspost: Weil überraschend viele Briefträger erkrankt sind, liefert die Post in manchen Regionen nur mit Verzögerung aus. Beim angeschlagenen Post-Konkurrent Pin überlegen die Manager dagegen, sich das Unternehmen schenken zu lassen - und es fortzuführen.

Erste Grippefälle haben bei der Deutschen Post zu Verzögerungen bei der Briefzustellung geführt. Vor allem im Norden seien in einigen Städten in großer Zahl Briefträger krank geworden, sagte Post-Sprecher Martin Grundler und bestätigte damit einen Bericht der "Lübecker Nachrichten". "Es gab Spitzentage, an denen der Krankenstand doppelt so hoch war wie erwartet." Ein Sprecher der Bonner Post-Zentrale, Uwe Bensien, sagte, in einigen Regionen habe es überdurchschnittlich viele Krankheitsfälle gegeben. "Da kann es in Einzelfällen zu Verzögerungen kommen", sagte Bensien.

Lage am Jahresende besonders angespannt

Auch in Bayern und Baden-Württemberg kam es nach Angaben der Post vereinzelt zu Lieferproblemen. "Es gab ein paar Einzelfälle, wo es eng wurde", sagte der Stuttgarter Post-Sprecher Gerold Beck. Wegen des hohen Briefaufkommens zum Jahresende sei die Lage besonders angespannt, erklärte das Unternehmen. "Wir haben vor Weihnachten an Spitzentagen bis zu 140 Millionen Briefsendungen - doppelt so viele wie sonst", sagte ein Sprecher der Poststelle in Frankfurt am Main. "Wenn wir dann Ausfälle haben, wird es eng."

Zumindest in Norddeutschland sei die erste Krankheitswelle jedoch bereits wieder am Abflauen, sagte Grundler. Die Situation habe sich deshalb entschärft. Auch Beck zeigte sich zuversichtlich, dass Briefe, Päckchen und Pakete trotz Grippegefahr pünktlich ausgeliefert werden können. "Eins ist sicher: Die Weihnachtspost kommt rechtzeitig an", betonte er. Bei Sendungen, die bis einschließlich 21. Dezember abgeschickt werden, garantiert das Unternehmen eine Zustellung bis Heiligabend. Die Briefträger seien in diesem Jahr deshalb auch am Sonntag vor dem Fest unterwegs

Pin-Manager will sich Unternehmen schenken lassen und es fortführen

Die Führungsspitze der insolvenzbedrohten Springer-Brieftochter und Post-Konkurrenten Pin will sich laut einem Zeitungsbericht die Mehrheit an dem Unternehmen schenken lassen und es fortführen. "Wir würden die Pin-Aktien aus dem Bestand des Axel-Springer-Verlages zu einem symbolischen Preis übernehmen", sagte Firmenchef und Anteilseigner Günter Thiel der "Süddeutschen Zeitung". Natürlich sei man nicht in der Lage, dafür Millionen zu zahlen, sagte Thiel. "Einer zusätzlichen Mitgift würden wir uns sicher nicht verweigern." Der Pin-Chef sprach sich außerdem dafür aus, die Entscheidung über die Zukunft der Pin-Gruppe erst in der kommenden Woche zu fällen. Am 17. Dezember werde ein Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger vorgelegt, das Vorschläge zur Sanierung des Unternehmens enthalte. Thiel sagte weiter, die Regionalvorstände stünden für ein "Management-Buy-Out" (MBO) zur Verfügung. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er: "Bei einem MBO kommen auch die Sparkassen als Gesellschafter in Frage." Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband dementierte allerdings einen Einstieg bei Pin.

AP/DPA AP DPA

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